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Dienstag, 2018-12-18

Exkursion zum Wisent im Rothaargebirge

Seit etwa fünf Jahren durchstreifen Wisente wieder Deutschlands Wälder. In einem international stark beachteten Projekt wurden Europas größte Säugetiere, die seit 500 Jahren in Deutschland ausgestorben sind, im Rothaargebirge ausgewildert. Da sie aufgrund ihrer Scheu selten zu beobachten sind, wurde die sogenannte Wisent-Wildnis, ein 20 Hektar großes Areal, in der Nähe von Bad Berleburg angelegt, in der wir uns mit 15 NABU-Aktiven im Rahmen einer Rangerführung über das Leben der Wisente informierten. Diese drei Kilometer lange Exkursion führt im wörtlichen Sinne über Stock und Stein, Wurzeln und Gefahrenstellen, hoch und runter. Nur mit Wanderschuhen lässt sich diese Strecke zurücklegen. Wisente sind Vegetarier und friedfertige Zeitgenossen, die ein Gewicht bis zu einer Tonne erreichen können. Die Leitkuh ist in der Herde die Chefin im Ring. Auch die Bullen müssen sich unterordnen. Reizvoll wird die Beobachtung der Herde dann, wenn die Kleinen das machen, was ihnen Spaß macht. So beobachteten wir den Nachwuchs, wie er sich flach auf den Boden legte, um die warmen Sonnenstrahlen zu genießen. 1927 wurde das letzte Tier im Kaukasus geschossen. Nur noch 54 Tiere überlebten in den Zoos dieser Welt. In einem ambitionierten Projekt wurden die Tiere vermehrt und ausgewildert, so dass wieder 4500 Exemplare in etwa 30 Rudeln in Europa leben. Das Aussterben dieses markanten Säugetieres ist dennoch nicht gebannt. Konflikte mit Waldbauern im Rothaargebirge drohen das Projekt zum Scheitern zu bringen. Sie befürchten aufgrund des Verbisses an den Bäumen um wirtschaftliche Schäden. Gespräche mit ihnen seitens der Naturschützer blieben bisher ergebnislos. Sogar Gerichte müssen nun über die Zukunft dieses Projektes entscheiden. [ Text und Bilder: U. Nickel ] für größere Bilder bitte KLICK