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Dienstag, 2018-10-23

Bisher größtes Amselsterben durch Usutu-Virus

Meldungen in NRW erneut auf hohem Niveau |  NABU bittet Bevölkerung wieder um Mithilfe

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Düsseldorf/Berlin – Auch in diesem Jahr setzt sich in Deutschland das durch das tropische Usutu-Virus ausgelöste vor allem im Spätsommer auftretende Vogelsterben fort. Besonders Amseln sind betroffen. NABU und Tropenmediziner bitten die Bevölkerung daher erneut, kranke oder verendete Tiere zu melden und möglichst zur Untersuchung einzusenden. Bis heute wurden 2018 bereits 1500 Usutu-Verdachtsfälle an den NABU gemeldet, knapp zwei Drittel davon alleine im laufenden August. "Aus Nordrhein-Westfalen gingen bisher rund 200 Meldungen ein. Es bleibt damit nach wie vor das Land mit den meisten Meldungen", so Heinz Kowalski, Vogelschutz-Experte des NABU NRW.

Seit dem erstmaligen Auftreten dieses Vogelsterbens im Jahr 2011 breitet sich das von Stechmücken auf Vögel übertragene Usutu-Virus zunehmend über Deutschland aus. Waren in den ersten Jahren lediglich wärmebegünstigte Regionen entlang des Rheintals und am Untermain betroffen, konnte seit 2016 eine Ausbreitung über Nordrhein-Westfalen nach Norden und in Richtung Bayern sowie ein separater Ausbruch im Raum Leipzig und Berlin festgestellt werden. In diesem Jahr sind offensichtlich vor allem die Regionen um Nürnberg sowie zwischen Bremen und Hamburg neu betroffen.

Die in diesem Jahr gemeldeten Fälle übertreffen die Zahlen aus den Vorjahren deutlich, was für ein besonders starkes Auftreten und für einen Verbreitungssprung des Virus spricht. Denn Ornithologen und Tropenmediziner konnten seit 2011 feststellen, dass immer dann besonders viele Vögel verenden, wenn das Virus erstmalig in einer Region auftritt, wie derzeit um Nürnberg, Bremen und Hamburg. In den Folgejahren sinken die Todeszahlen dann auf ein niedrigeres Niveau. "Der warme Sommer dieses Jahres dürfte die Ausbreitung des ursprünglich tropischen Virus begünstigt haben", erklärt Kowalski.

Um die tatsächliche Ausbreitung des Virus dokumentieren zu können, ist es wichtig, möglichst viele Verdachtsfälle im Labor bestätigen zu können. Entsprechende Untersuchungen nehmen das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg (BNI) sowie manche veterinärmedizinischen Untersuchungsämter vor. Beim BNI sind in diesem Jahr bereits 136 möglicherweise am Usutu-Virus verendete Vögel eingesandt worden. Sie werden derzeit untersucht. Erste Labornachweise des Virus aus diesem Jahr sind bereits erfolgt.

Durch das Virus verursachte Todesfälle von Vögeln treten jeweils während der Stechmückensaison von Mai bis September auf. Infizierte Vögel wirken offensichtlich krank, apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage. Fast immer sind es Amseln, bei denen diese Krankheit festgestellt wird, weshalb die Usutu-Epidemie auch als „Amselsterben“ bekannt wurde. Allerdings werden auch andere Vogelarten von diesem Virus befallen und können daran sterben. Kowalski: „Leider kann man Usutu-Infektionen weder verhindern noch behandeln. Es bleibt lediglich die einmalige Chance zu nutzen, die Auswirkungen einer für Deutschland neuen Vogelkrankheit auf wildlebende Vogelarten zu dokumentieren und deren Folgen abzuschätzen. Ziel ist es, neuartige Gefährdungsursachen für Vogelarten mit anderen Bedrohungen wie Klimawandel und Lebensraumverlust vergleichen und beurteilen zu können.“ Tote Vögel sollen nur mit Schutzhandschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte gegriffen werden. Für Menschen besteht nach derzeitigem Kenntnisstand keine gesundheitliche Gefahr durch bei Stechmücken-Stichen übertragene Usutu-Viren.

Tote oder kranke Vögel melden: www.nabu.de/usutu-melden

Mehr Infos zum Thema Usutu in NRW: www.nabu-nrw.de

Für Rückfragen:
Heinz Kowalski, Sprecher Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz  im NABU NRW, mobil 0160 885 63 96

Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte, Tel. +49 (0)30.28 49 84-1620, E-Mail: Lars.Lachmann(at)NABU(dot)de

Marius Adrion, NABU-Vogelschutzexperte, Tel. +49 (0)30.28 49 84-1952, E-Mail: Marius.Adrion(at)NABU(dot)de

Renke Lühken, Usutu-Experte des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, Tel. +49 (0)04.42 818 862

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | mobil: 0173 46 99 296 | E-Mail: B.Koenigs(at)NABU-NRW(dot)de


Wanderfalken in Nordrhein-Westfalen

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 12/18 | 26. Februar 2018

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Stürmische Wiederbesiedlungsphase scheint beendet

AG Wanderfalkenschutz stellt Brutbilanz des Wanderfalken in NRW für 2017 vor | Anzahl der Revierpaare nahezu konstant | Natürliche Regulation durch Zunahme des Uhus im urbanen Raum
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Düsseldorf/Recklinghausen– „Die Brutsaison der Wanderfalken in Nordrhein-Westfalen war im vergangenen Jahr mit 229 Revierpaaren und 414 ausgeflogenen Jungfalken wieder erfolgreich“, erklärte Michael Kladny, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz des NABU NRW (AGW-NRW), auf dem Jahrestreffen der Wanderfalkenschützer am vergangenen Wochenende in Recklinghausen. Die Wanderfalkenpopulation sei damit auf einem hohen Niveau stabil, bedürfe aber weiter der menschlichen Unterstützung, damit dies so bleibt.

In der vergangenen Brutsaison erhärtete sich die im Jahr 2016 angedeutete "Sättigung" bei der Bestandsentwicklung des Wanderfalken in NRW. Die Grenzen beim Brutplatzangebot scheinen erreicht zu sein. So sei trotz eines Plus von 47 ausgeflogenen Jungen in 2017 der Bestand der Revierpaare leicht rückläufig gewesen. „Die AGW rechnet mit einer Abschwächung der Dynamik in der Bestandszunahme und damit einhergehend auch des Bruterfolges der nordrhein-westfälischen Wanderfalkenpopulation“, sagte Kladny. Das Ende der stürmischen Wiederbesiedlungsphase mit starkem Populationswachstum sei erreicht, die Wanderfalken in NRW befänden sich mittlerweile in der Phase des Populationserhalts mit relativ konstanten Bestandszahlen.. „Ein natürlicher populationsdynamischer Prozess, den die AGW so auch erwartet hatte“, so der NABU-Wanderfalkenschützer.

Ein weiterer Faktor, der dem bisherigen konstanten Anwachsen der Wanderfalkenpopulation in NRW natürliche Grenzen setze, ist die Ausbreitung des Uhus. Die größte heimische Eule besiedelt zunehmend den urbanen Raum, den viele Jahre nahezu ausschließlich Wanderfalken für sich nutzen konnten. „In einigen wenigen Fällen konnte nachgewiesen werden, dass Wanderfalken- und Uhu-Paare bei enger Nachbarschaft in urbanen Lebensräumen Verhaltensweisen entwickeln, die beiden Bruten die Chance auf Erfolg ermöglichen“, sagte Kladny. Der Wanderfalke sei jedoch in der Mehrzahl der Fälle dem Uhu unterlegen, wenn beide Arten in geringem räumlichen Abstand voneinander brüteten. Dies sei bereits in historischer Zeit an natürlichen Fels-Brutplätzen so gewesen.

In den Regierungsbezirken (RB) Arnsberg, Münster und Düsseldorf flogen im vergangenen Jahr rund 77 % aller in NRW flügge gewordenen Wanderfalken aus. Im RB Köln flogen 14 Prozent aller Jungfalken aus, in Detmold waren es 9 Prozent. Von 229 Revierpaaren begannen 208 mit einer Brut. Davon waren 168 Brutpaare erfolgreich. Von den ausgeflogenen 414 Jungfalken konnten 264 beringt werden.

Für Rückfragen:

Michael Kladny, Sprecher AG Wanderfalkenschutz, mobil: 0157 825 288 45

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | mobil: 0173 4699296 | E-Mail B.Koenigs@NABU-NRW.de


Mehr Wintervögel – Insgesamt rückläufiger Trend

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 09/18 | 13. Februar 2018

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Naturschutz / Vögel

Mehr Wintervögel – Insgesamt rückläufiger Trend

Neuer Beobachtungsrekord bei der „Stunde der Wintervögel“ in NRW

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Düsseldorf – Nach den sehr niedrigen Zahlen im vergangenen Winter haben sich in diesem Jahr wieder mehr Wintervögel in nordrhein-westfälischen Gärten und Parks eingefunden. Das hat die große Zählaktion Stunde der Wintervögel ergeben, deren Endergebnis nun vorliegt. In NRW haben sich über 26.000 Vogelfreunde an der Aktion beteiligt und insgesamt 633.649 Vögel gezählt – rund 27 Prozent mehr als im letzten Jahr. Bundesweit zählten über 136.000 Vogelfreunde mehr als 3,5 Millionen Vögel.

„Im vergangenen Winter haben die nordrhein-westfälischen TeilnehmerInnen deutlich weniger Vögel pro Garten gemeldet als im Schnitt der Jahre zuvor. Zum Glück hat sich dieses betrübliche Ergebnis in diesem Jahr nicht wiederholt,“ erklärte Heinz Kowalski, Ornithologe des NABU Nordrhein-Westfalen. 2018 wurden rund 39 Vögel pro Garten gemeldet, im vergangenen Jahr waren es nur 32 Vögel. 2011 konnten bei der ersten Stunde der Wintervögel dagegen noch 46 Vögel pro Garten notiert werden. „Die höheren Zahlen in diesem Jahr können darum nicht darüber hinwegtäuschen, dass seit Jahren ein kontinuierlicher Abwärtstrend festzustellen ist“, so Kowalski weiter. „Der Rückgang häufiger Arten ist in vielen europäischen Ländern ein ernstes Problem und zeigt sich offensichtlich auch bei den Wintergästen in unseren Gärten.“ Seit Beginn der Wintervogelzählungen im Jahr 2011 seien die Gesamtzahlen gemeldeter Vögel um 2,5 Prozent pro Jahr zurückgegangen.

„Überlagert wird dieser langjährige Trend jedoch durch die Auswirkungen jährlich unterschiedlicher Witterungs- und Nahrungsverhältnisse“, so der NABU-Vogelexperte. Grundsätzlich kämen in milderen Wintern, wie den letzten beiden, weniger Vögel in die Gärten, da sie auch außerhalb der Siedlungen noch genug Nahrung fänden. Dennoch fehlten im letzten Jahr viele Meisen und waldbewohnende Finkenarten, während sie in diesem Winter wieder in gewohnter Anzahl gesichtet wurden. „Erklären lässt sich dies vermutlich durch das von Jahr zu Jahr sehr unterschiedliche Angebot an Baumsamen in den Wäldern – nicht nur bei uns, sondern auch in den Herkunftsgebieten dieser Vögel in Nord- und Osteuropa. Je weniger Samen, desto größer der Zuzug von Vögeln aus diesen Regionen zu uns und desto eher nähmen diese Vögel naturnahe Gärten und Vogelfütterungen dankbar an.

In der Rangliste der häufigsten Wintervögel haben sich bundesweit Kohl- und Blaumeise den zweiten und dritten Platz hinter dem Haussperling zurückerobert. Hauben- und Tannenmeisen kamen im Vergleich zu 2017 sogar doppelt bis dreimal so häufig in die Gärten. Auch andere typische Waldvögel, wie Kleiber, Gimpel, Buntspecht und Eichelhäher wurden häufiger gemeldet. „Unsere größte Finkenart, der Kernbeißer, wurde besonders oft beobachtet“, sagte Kowalski. In Nordrhein-Westfalen hat die Kohlmeise den Spitzenplatz zurückerobert vor Haussperling und Blaumeise. Auf Platz vier folgt die Amsel, die mit 26 Prozent deutliche Verluste gegenüber dem Vorjahr verzeichnete. Hauptattraktion waren die an diesem Wochenende über Nordrhein-Westfalen fliegenden Kraniche. 10.000 querten das Ruhrgebiet auf dem weg nach Frankreich. Beim Überfliegen der Gärten wurden sie dann registriert.


Weitere Infos zur Aktion

Der NABU ruft einmal im Jahr zur „Stunde der Wintervögel“ bzw. „Stunde der Gartenvögel“ auf. Es ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion. Die nächste „Stunde der Gartenvögel“ findet von Vatertag bis Muttertag vom 10. bis 13. Mai 2018 statt. Dann werden die heimischen Brutvögel im Siedlungsraum erfasst. Je mehr Menschen an der Aktion teilnehmen, desto genauer werden die Ergebnisse. Die Meldungen werden auf www.stundederwintervoegel.de bis auf Bundesland- und Kreisebene ausgewertet. Unter https://nrw.nabu.de/stundederwintervoegelnrw/ geht es direkt zur landesweiten Auswertung.

Eine druckfähige Grafik mit den zehn häufigsten Wintervögeln finden Sie unter www.NABU.de/pressebilder_stundederwintervoegel

Für Rückfragen:

Heinz Kowalski, Vogelexperte NABU NRW, mobil: 0160 885 63 96

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail:B.Koenigs@NABU-NRW.de


NABU: Wieder mehr Wintervögel in den Gärten

NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 02/18 | 9. JANUAR 2018

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Umwelt/Vögel

NABU: Wieder mehr Wintervögel in den Gärten

Zwischenergebnisse der Stunde der Wintervögel 2018 | Kohlmeise führt in NRW wieder vor dem Haussperling

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Berlin/Düsseldorf – Die Zwischenbilanz der achten bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ zeigt: Der vergangene Winter mit den sehr geringen Vogelzahlen war offenbar eine Ausnahme. „Von den meisten Arten wurden bei der Stunde der Wintervögel in diesem Jahr wieder ähnlich hohe Zahlen gemeldet wie im langjährigen Durchschnitt“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die besonders geringen Vogelzahlen vom Vorjahr waren also ein Ausreißer und haben sich zum Glück nicht wiederholt.“ Allerdings sei die Zahl der gemeldeten Wintervögel pro Garten im langjährigen Trend leicht rückläufig. „Nach den bisherigen Zwischenergebnissen wurden in diesem Jahr knapp 39 Vögel pro Garten gesichtet. Bei der ersten Zählung 2011 waren es noch 46. Im vergangenen Jahr waren es jedoch sogar nur 34 Vögel“, so Miller.

An den bisher erfassten Meldungen zeigen sich Auswirkungen des milden Winters auf das Zugverhalten einiger Teilzieher. „Wie im Vorjahr blieben Stare und Heckenbraunellen vermehrt bei uns. Auch eigentliche Zugvögel wie Bachstelzen, Hausrotschwänze und Zilpzalpe wurden deutlich häufiger gemeldet als sonst“, so Heinz Kowalski, Vogelschutzexperte des NABU NRW. „Durch die milden Winter der vergangenen Jahre können diese Arten vermehrt in Deutschland erfolgreich überwintern. Gleichzeitig ließen sich Meisen, Finken und Eichelhäher diesmal nicht davon abhalten, aus dem Norden und Osten zu uns zu ziehen. Bundesweit mildes Wetter reicht allein also nicht aus, um eine geringe Zahl an Wintervögeln in den Gärten vorherzusagen. Auch Faktoren wie das Angebot an Baumsamen im Wald, das Wetter in anderen Teilen Europas sowie Vogelkrankheiten und der Bruterfolg der jeweiligen Art im vorausgegangenen Frühjahr und Sommer spielen eine Rolle.“

Bundesweit ist der Haussperling mit im Schnitt 5,7 Exemplaren pro Garten wieder der am häufigsten gemeldete Vogel. Die Kohlmeise (5,3) hat den Abstand zur Spitze wieder verkleinert. In diesem Jahr hat sie den Titel der am weitesten verbreiteten Art ergattert. In 96 Prozent aller Gärten und Parks wurde sie gesichtet und verdrängt damit die Amsel als bisherigen Spitzenreiter. In Nordrhein-Westfalen hat sich die Kohlmeise mit durchschnittlich 4,7 beobachteten Exemplaren pro Garten sogar wieder an die Spitze gesetzt und den Haussperling (4,0) auf Platz 2 verdrängt. Hier macht sich nach wie vor die geringe Zahl beobachteter Spatzen in den Großstädten NRWs sowie im Ruhrgebiet (1,0 - 2,4) deutlich bemerkbar. Es folgen in NRW die Blaumeise auf Platz 3 und die Amsel auf dem vierten Platz. Zur Stunde der Wintervögel 2017 noch auf Platz 2 hatte die Amsel in 2017 insbesondere in NRW mit einem erneuten Ausbruch des Usutu-Virus zu kämpfen, was den deutlichen Bestandesrückgang erklärt.

Bei den Teilnehmerzahlen bei der Stunde der Wintervögel geht es offenbar weiter nach oben. Mit bis zum heutigen Dienstag bundesweit über 80.000 Teilnehmern, die ihre Sichtungen aus über 50.000 Gärten und Parks dem NABU und seinem bayerischen Partner LBV gemeldet haben, deutet sich erneut ein Rekord an. Dies gilt ebenfalls für Nordrhein-Westfalen. Hier nahmen bisher rund 20.000 Vogelfreunde teil und meldeten eine halbe Million Vögel aus mehr als 14.000 Gärten. Noch bis zum 15. Januar können Zählergebnisse nachgemeldet werden, auch die Eingabe der postalisch eingegangenen Meldungen steht noch aus. Außerdem findet noch bis zum 12. Januar die „Schulstunde der Wintervögel“ statt. Die Endauswertung der Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ ist für Ende Januar geplant.

Beobachtungen können noch bis 15. Januar online (www.stundederwintervoegel.de oder per Post (NABU, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin) gemeldet werden.

Im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 8. bis 12. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

Mehr zur „Stunde der Wintervögel 2018“ in NRW unter https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/sdw/ sowie bundesweit unter www.stundederwintervoegel.de.

Für Rückfragen:

Heinz Kowalski, Vogelexperte NABU NRW, mobil: 0160 885 63 96

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


NABU: Warmer Winter, weniger Vögel?

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | NR 01/18 | 04. Januar 2018

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Naturschutz/Vögel

NABU: Warmer Winter, weniger Vögel?

Große NABU-Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ startet am 5. Januar

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Düsseldorf – Bei Regen und milden Temperaturen ist von Winter derzeit nicht viel zu spüren. Was hat das frühlingshafte Wetter für Auswirkungen auf die Vögel im Garten? Zur bundesweiten Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ vom 5. bis 7. Januar hoffen der NABU und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) konkrete Zahlen zu erhalten. Auch in Nordrhein-Westfalen sind wieder alle Naturfreunde gefragt, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.

„Grundsätzlich bedeuten milde Winter, dass weniger Vögel in den Gärten zu sehen sind. Ohne Frost und Schnee können die bei uns überwinternden Vögel auch in Wald und Flur gut Nahrung finden“, sagt Heinz Kowalski vom NABU NRW. „Erst wenn der Boden zugeschneit und die Zweige mit Eis überzogen sind, werden die wärmeren Städte und die zahlreichen Vogelfütterungen in den Gärten zum Magnet für Vögel.“ Ist es nicht nur bei uns, sondern auch im Osten und Norden Europas so mild, bleibt meist auch der Zuzug von Wintergästen aus diesen Regionen aus.

„Besonders extrem war das Phänomen im vergangenen Winter zu beobachten. Damals wurden gegenüber dem langjährigen Durchschnitt 17 Prozent weniger Vögel bei der Stunde der Wintervögel gezählt. Die diesjährige Wintervogelzählung wird zeigen, ob das Vorjahr nur ein extremer Ausreißer war oder ob sich ein Trend zu schwindenden Wintervogel-Zahlen in unseren Gärten abzeichnet“, so Kowalski.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2017 beteiligten sich allein in Nordrhein-Westfalen über 23.000 Vogelfreunde und meldeten rund 461.000 Vögel aus 16000 Gärten. Bundesweit nahmen über 124.000 Menschen teil. Insgesamt gingen Meldungen aus 82.000 Gärten und Parks mit über 2,8 Millionen gezählten Vögeln ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, die Amsel lag erstmals auf Platz zwei. Auf Platz drei folgte die Kohlmeise.

Im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 8. bis 12. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

In diesem Jahr können Wintervögel am Futterhaus erstmals den ganzen Winter über live im Internet beobachtet werden. Der NABU hat eine Webcam an einem Futterhäuschen eingerichtet, die das Geschehen unter www.NABU.de/webcam überträgt.

Mehr zur „Stunde der Wintervögel 2018“ in NRW unter https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/sdw/ sowie bundesweit unter www.stundederwintervoegel.de.

 Zur Aktion stellt der NABU eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Vogelarten sowie Tipps zur Winterfütterung zur Verfügung. Für Printmedien gibt es einen druckfähigen Teilnahmecoupon samt Vogelgalerie, Onlinemedien können die Meldemöglichkeit zur „Stunde der Wintervögel“ als Widget einbinden. Neue Info-Grafiken zum Thema „Wer frisst was?“ stellt der NABU kostenlos zum Abdruck zur Verfügung unter www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ueber-die-aktion/medieninfos.html, Pressefotos zum Download gibt es unter http://www.nabu.de/presse/fotos/#stundederwintervoegel

Ein Video, das zeigt, wie man einfach selbst einen Futterspender für Vögel bauen kann, finden Sie zum kostenlosen Einbinden unter: www.NABU.de/futterspender-bauen

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Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

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Stunde der Wintervögel am Futterhäuschen

NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 70/17 | 08. Dezember 2017

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NABU NRW ruft wieder zur Vogelzählung am Futterhäuschen auf

Bundesweite Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" vom 5. bis 7. Januar 2018
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Düsseldorf –  Nachdem im vergangenen Winter ungewöhnlich wenige Vögel in Gärten und Parks bei der „Stunde der Wintervögel“ gesichtet worden waren, deuten erste Beobachtungen darauf hin, dass in diesem Jahr wieder mehr gefiederte Gäste an die Futterhäuschen kommen. Um hierzu umfassende Daten zu gewinnen, hofft der NABU auf eine hohe Teilnehmerzahl bei der „Stunde der Wintervögel“, die bundesweit vom 5. bis zum 7. Januar 2018 stattfindet.

Im Durchschnitt 17 Prozent weniger Vögel beobachteten die Teilnehmer im Winter 2017 im Vergleich zu den Vorjahren. Pro Garten ließen sich im Schnitt nur rund 34 Vögel und acht verschiedene Arten sehen – sonst liegt der Schnitt bei etwa 41 und neun Arten. Vor allem bei den häufigen Wintervögeln, wie Kohl- und Blaumeise, aber auch Kleiber und Kernbeißer, wurden die niedrigsten Zahlen seit Beginn der Aktion 2011 gemeldet. „Das hatte vermutlich nicht nur mit einem guten Nahrungsangebot in Polen, dem Baltikum und Russland zu tun“, sagt Heinz Kowalski, Vogelschutzexperte des NABU NRW. Rückfragen bei dortigen Ornithologen bestätigten ebenfalls geringe Bruterfolge polnischer und russischer Meisenbestände in 2016. Dies wirke sich natürlich direkt auf die hiesigen Bestände im darauffolgenden Winter aus.

Während es wetterbedingt immer mal wieder schlechte Jahre für die Vögel gebe und so ein Ereignis meist in den Folgejahren wieder ausgeglichen werde, beobachten Vogelschützer seit Jahren zudem ein generelles Problem für den Vogelbestand. Eine ernste Gefahr stelle die Landschaftsveränderung durch die industrielle Landwirtschaft mit dem dramatischen Anstieg von Mais- und Rapsmonokulturen sowie der zunehmende Einsatz von Pestiziden dar. Kowalski: „Darin wird auch eine der Ursachen für den Besorgnis erregenden Rückgang von Fluginsekten gesehen, die dann wieder den Vögeln zur Ernährung ihrer Jungen während der Brutzeit fehlen.“

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum achten Mal statt. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dem NABU zu melden.

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 16. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 6. und 7. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Zählaktion im Januar 2017 beteiligten sich allein in Nordrhein-Westfalen über 23.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 16.100 Gärten und Parks mit über 460.000 gezählten Vögeln ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in nordrhein-westfälischen Gärten, die Amsel landete auf Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Kohlemeise, Blaumeise und Buchfink.

Im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 8. bis 12. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

Mehr zur „Stunde der Wintervögel 2018“ in NRW unter https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/sdw/, bundesweit unter www.stundederwintervoegel.de.

Zur Aktion stellt der NABU eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Vogelarten sowie Tipps zur Winterfütterung zur Verfügung. Für Printmedien gibt es einen druckfähigen Teilnahmecoupon samt Vogelgalerie, Onlinemedien können die Meldemöglichkeit zur „Stunde der Wintervögel“ als Widget einbinden. Neue Info-Grafiken zum Thema „Wer frisst was?“ stellt der NABU kostenlos zum Abdruck zur Verfügung unter www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ueber-die-aktion/medieninfos.html, Pressefotos zum Download gibt es unter http://www.nabu.de/presse/fotos/#stundederwintervoegel.

Audio-Files der häufigsten Gartenvögel stellen wir Ihnen gern zur Verfügung. NABU-Futterhaus-Live-Cam: www.NABU.de/Webcam

Für Rückfragen:

Heinz Kowalski, stellv. NABU-Landesvorsitzender NRW und Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz, Tel. 02261-43686 oder 0160 8856396

Marius Adrion, NABU-Vogelschutzexperte, Tel.: 030-284984-1954, Mobil: 0173- 5274760, E-Mail: Marius.Adrion@NABU.de

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf
Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)
Tel. 0211.15 92 51 - 14 | mobil: 0173 46 99 296 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 


Zwischenergebnis der 'Stunde der Gartenvögel'

NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 31/17 | 15. Mai 2017

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Hoffnungsschimmer für Mauersegler und Schwalben

NABU: Zwischenergebnis der ´Stunde der Gartenvögel´ zeigt, viele Singvogelarten in Gärten und Parks wurden deutlich weniger beobachtet

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Düsseldorf Die Zwischenbilanz zur Stunde der Gartenvögel fällt auch für Nordrhein-Westfalen eher wenig erfreulich aus. Insgesamt verzeichnet der NABU nach ersten Auswertungen der großen Vogelzählung deutlich mehr Abnahmen als Zuwächse in der Gartenvogelwelt. Noch bis 22. Mai können Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Zählergebnisse vom vergangenen Wochenende unter www.stundedergartenvoegel.de melden, dann werde abschließend Bilanz gezogen. Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass die Ursachenforschung eine Herausforderung wird, sagte Heinz Kowalski, stellvertretender Landesvorsitzender und Experte für Ornithologie und Vogelschutz beim NABU Nordrhein-Westfalen.

In NRW führt wie im Vorjahr der Haussperling vor Amsel, Kohlmeise und Blaumeise. Trotz der guten Platzierung sind die Werte für die Kohlmeise zurzeit um 18 Prozent bei der Blaumeise um 17 Prozent zurückgegangen. Damit haben die Bestände von Kohl- und Blaumeise gegenüber den massiven Einbrüchen im Winter zwar aufgeholt, den Vorjahresstand aber noch längst nicht erreicht, so Kowalski weiter. Beunruhigt ist er auch mit Blick auf die Finkenvögel: Zum langjährigen Sorgenkind Grünfink gesellt sich der Buchfink hinzu. Die Sichtungen des Grünfinken sind um 29, die des Buchfinken um 24 Prozent zurückgegangen.

Während die meisten Vögel deutlich weniger beobachtet wurden, scheint der langjährige Sinkflug von Mauersegler und Rauchschwalbe vorerst gestoppt. Hier verzeichnet der NABU Zunahmen von 11 bzw. 24% in Nordrhein-Westfalen. Die Mehlschwalbenbeobachtungen stagnieren auf niedrigem Niveau. Nach wie vor leiden die Gebäudebrüter unter dem Verlust geeigneter Nistmöglichkeiten. NABU-Ornithologe Kowalski freut sich über diesen Hoffnungsschimmer, betont aber, es bleibe abzuwarten, ob sich damit eine Trendwende ankündige. Was die Zahlen auf jeden Fall deutlich machten: Es braucht nicht nur Nisthilfen, um das Nistplatzangebot in unseren Siedlungen wieder zu verbessern. Wir müssen uns vor allem dafür einsetzen, dass weniger Insektizide in der Landwirtschaft und in Gärten versprüht werden, damit die Natur nicht komplett aus dem Gleichgewicht gerät und die Nahrung für unsere heimischen Vögel nicht noch knapper wird.

Denn ginge es den Vögeln der Dörfer und Städte noch vergleichsweise gut, gäbe es bei den Vögeln der Wiesen und Felder fast nur noch Verlierer. In den vergangenen 25 Jahren seien die Bestände typischer Vogelarten der Agrarlandschaft, wie Feldlerche, Kiebitz, Rebhuhn oder Goldammer regelrecht zusammengebrochen. Nach allen Rückmeldungen auch aus den verschiedenen Landesteilen Nordrhein-Westfalens bahnt sich hier eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes an. Der stumme Frühling ist auf vielen Äckern keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern bittere Realitiät, so Kowalski.

Bis Montagnachmittag übermittelten bundesweit bereits 34.000 Vogelfreunde aus 23.000 Gärten ihre Zählergebnisse. Allein in Nordrhein-Westfalen meldeten bisher 6800 Vogelfreunde aus 4800 Gärten rund 151 000 Vögel. Trotz reger Teilnahme wurden nach aktuellem Zwischenstand in diesem Jahr 5-6 Prozent weniger Vögel gezählt als im vergangenen Mai, allerdings nur knapp 1 Prozent weniger als im langjährigen Mittel von 35 Vogelindividuen pro Garten.

Für Rückfragen:

Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0171 38 67 369

Heinz Kowalski, stellv. Vorsitzender NABU NRW und Sprecher Bundesfachausschuss Ornithologie, mobil: 0160 8856 396

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs(at)NABU-NRW(dot)de


Stunde der Gartenvögel

NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 28/17 | 09. Mai 2017

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Frühlingsvogelzählung am Wochenende

NABU lädt zur bundesweiten Mitmach-Aktion „Stunde der Gartenvögel vom 12. bis 14. Mai ein

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Düsseldorf - Am kommenden Wochenende lädt der NABU Nordrhein-Westfalen zur Stunde der Gartenvögel ein. Vom 12. bis 14. Mai sind Naturfreunde in ganz Deutschland aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten, vom Balkon aus oder im Park zu beobachten, zu zählen und für eine gemeinsame Auswertung zu melden.

Mehr als 44.000 Vogelfreunde hatten im vergangenen Jahr mitgemacht und insgesamt 1,09 Millionen Vögel gemeldet, allein in Nordrhein-Westfalen wurden von mehr als 8000 Vogelfreunden rund 192.000 Vögel gezählt. Damit handelt es sich gemeinsam mit der Schwesteraktion, der Stunde der Wintervögel um Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion. Nach dem Prinzip der Citizen Science, der Forschung durch jedermann, gilt: Je mehr Menschen ihre Beobachtungen zusammentragen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse.

Wir sind sehr gespannt wie die Ergebnisse der diesjährigen Frühjahrszählung insbesondere bei den Meisen sein werden, sagt NABU-Ornithologe Heinz Kowalski. Die letzte große Vogelzählung bei der Stunde der Wintervögel im Januar hatte bei vielen häufigen Arten einen auffälligen Rückgang ergeben. Insbesondere bei allen heimischen Meisenarten, aber auch bei Kleiber oder Buntspecht wurde ein Drittel oder sogar um die Hälfte weniger Vögel festgestellt als in den Vorjahren. Die Vogelexperten des NABU vermuten eine aufgrund des milden Winters besonders geringe Zugneigung vieler Arten und damit fehlenden Zuzug von Artgenossen aus dem Norden und Osten als eine Ursache der auch in Nordrhein-Westfalen niedrigeren Zahlen.

Eine andere Erklärung ist jedoch ein besonders schlechter Bruterfolg vieler Arten im vergangenen Jahr. In diesem Fall müssten nun auch bei der kommenden Stunde der Gartenvögel niedrige Zahlen festgestellt werden. Das wäre sehr besorgniserregend, insbesondere wenn sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen würde, so Kowalski weiter. Leider gebe es auch in diesem Jahr bereits wieder Hinweise darauf, dass aufgrund der kühlen Witterung im April und Anfang Mai die brütenden Vögel erneut nicht genügend Nahrung für ihre Brut finden. Kowalski: Viele Jungvögel  verhungern gerade in den Nestern, weil  zu wenig Raupen oder andere Insekten zu finden sind oder erfrieren, ähnlich wie im Frühjahr 2016.

Ebenfalls unter dem allgemein starken Rückgang an Fluginsekten leiden Mauersegler und Mehlschwalbe, die sich im Langzeitvergleich im Sinkflug befinden. Da braucht es nicht nur Nisthilfen, um das Nistplatzangebot in unseren Siedlungen wieder zu verbessern. Wir müssen uns vor allem dafür einsetzen, dass weniger Insektizide in der Landwirtschaft und in Gärten versprüht werden, damit die Natur nicht komplett aus dem Gleichgewicht gerät und die Nahrung für unser heimischen Vögel nicht noch knapper wird, erklärt der NABU-Ornithologe.

Mitmachen bei der Stunde der Gartenvögel sei also wichtig, denn die erhobenen Daten liefern wichtige Informationen darüber, wie es den verschiedenen Vogelarten geht und wo gehandelt werden muss. Und so geht´s: Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Die Beobachtungen können per Post, Telefon kostenlose Rufnummer am 13. und 14. Mai, jeweils von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157115 oder einfach online unter www.nabu-nrw.de/gartenvoegelnrw/ melden. Bei der Stunde der Gartenvögel gibt es zahlreiche attraktive Preise zu gewinnen, darunter ein Fernglas, ein Wochenende auf der Hansebird, oder eine Woche Urlaub auf Norderney. Meldeschluss ist der 22. Mai 2017. Aktuelle Zwischenstände und erste Ergebnisse sind ab dem ersten Zähltag auf www.nabu-nrw.de/gartenvoegelnrw/ abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden.

Für Rückfragen:

Heinz Kowalski, stellv. Vorsitzender NABU NRW und Sprecher Bundesfachausschuss Ornithologie, mobil: 0160 8856 396

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


Jungvögel am Boden meist nicht in Not

NABU: Vermeintlich hilflose Vogelkinder nicht mit nach Hause nehmen

Düsseldorf: Zurzeit tschirpt und piept es in Nistkästen, Hecken und Gebüschen besonders laut. Der fast flügge Vogelnachwuchs bettelt vehement um Futter und zahlreiche Vogelkinder verlassen bereits das Nest. Der NABU Nordrhein-Westfalen appelliert deshalb an die Bevölkerung, vermeintlich hilflose Vogelkinder auf jeden Fall in der freien Natur zu belassen. Nur ganz selten handele es sich bei gefundenen Jungvögeln am Boden um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigen.

Einige Vogelarten beispielsweise Amseln oder Kohlmeisen verließen die drangvolle Enge des Nestes bereits, bevor sie fliegen könnten. Wer etwas Geduld aufbringe und die unbeholfenen Jungvögel beobachte, könne meist feststellen, dass sie weiterhin von ihren Eltern betreut und gefüttert werden. Damit sie nicht verloren gingen, ließen die Jungvögel fast unablässig so genannte 'Standortlaute' hören. In diesem Stadium fielen sie deshalb nicht selten natürlichen Feinden zum Opfer.

Bei Gefahr durch Katzen oder an vielbefahrenen Straßen, sollte man jedoch eingreifen, die Jungtiere wegtragen und an einem geschützten Ort, aber nicht zu weit vom Fundort entfernt, wieder absetzen. Noch nackte Jungvögel sollten möglichst vorsichtig ins Nest zurückgesetzt werden. Vögel stören sich im Gegensatz zu manchen Säugetieren nicht am

menschlichen Geruch. Jungvögel werden daher auch nach dem Umsetzen wieder von den Alttieren angenommen und versorgt.

Doch was kann man tun, wenn ein Jungvogel tatsächlich verletzt, krank oder verlassen ist? Der NABU empfiehlt die Aufzucht solcher Findelkinder unbedingt Fachleuten zu überlassen. Um eine artgerechte Aufzucht zu gewährleisten, sollten solche Jungvögel nach Möglichkeit in eine anerkannte Auffangstation oder Vogelpflegestation gebracht werden. Diese könnten bei den Gruppen des NABU, den Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte, Zoologischen Gärten oder auch bei Tierärzten oder Tierschutzvereinen erfragt werden.

Bedenken sollte man auch: Vogelkinder, die mit nach Hause genommen werden sofern diese tatsächlich hilfsbedürftig sind erlaubt das Bundesnaturschutzgesetz dies vorübergehend haben selbst bei fachgerechter Pflege deutlich schlechtere Überlebenschancen als in der Natur. Die elterliche Fürsorge in der Naturaufzucht kann niemals ersetzt werden, so dass die Handaufzucht immer nur die zweitbeste Lösung ist.

Die beste Hilfe für vermeintliche Waisenkinder im Garten bleibt eine naturnahe Bepflanzung mit Hecken, Büschen und Sträuchern, die Unterschlupf bieten und Grundlage für ein reiches Nahrungsangebot sind.


NABU NRW sucht fleißige Vogelzähler

Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel vom 8. bis 10. Januar 2016

Düsseldorf: vom 8. bis 10. Januar 2016 findet zum sechsten Mal die
bundesweite „Stunde der Wintervögel statt: Der NABU NRW
ruft Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im
Garten, auf dem Balkon oder im Park auch in Nordrhein-Westfalen zu
zählen und zu melden.

Eventuell lassen sich vermehrt Zugvögel wie Hausrotschwanz, Zilpzalp,
Mönchsgrasmücke und Heckenbraunelle beobachten. Möglicherweise haben
einige dieser Arten aufgrund des Wetters ihre Reise nicht angetreten und
versuchen hier auszuharren, sagte Joachim Kranz, Sprecher des
Landesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW. Um die
Zahlen mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre abgleichen zu können,
hoffe der NABU wieder auf eine rege Beteiligung bei Deutschlands größter
wissenschaftlicher Mitmachaktion auch in NRW.

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen
Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert,
die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die
Beobachtungen können dann im Internet unter
https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/sdw/ bis
zum 18. Januar gemeldet werden, die Ergebnisse werden dort live
ausgewertet. Zudem ist am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr
die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

"Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur
Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die
Wintervogelzählung nicht nötig", so Kranz weiter. Bei der letzten großen
Vogelzählung im Januar 2015 beteiligten sich bundesweit über 76.000
Menschen. Mehr als 1,9 Millionen Vögel aus über 53.000 Gärten wurden
gemeldet. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als
häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, die Kohlmeise Platz zwei.
Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Feldsperling, Blaumeise und Amsel.

In Nordrhein-Westfalen reichten mehr als 11.000 Vogelfreunde Meldungen
von über 297.000 Vögeln aus rund 8.000 Gärten ein. Der Haussperling
hatte auch in Nordrhein-Westfalen „den Schnabel vorn“. Auf den weiteren
Plätzen folgen Kohlmeise, Amsel, Blaumeise und Buchfink. Nun hofft der
NABU auch im Jahr 2016 wieder auf eine rege Beteiligung. Denn je größer
die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller und aussagekräftiger werden die
Ergebnisse.

Neben der wissenschaftlichen Datenerhebung ist es für den NABU ebenso
wichtig, die engagierten Zähler auf die Natur vor der Haustür aufmerksam
zu machen und zur naturnahen Gestaltung von Gärten als Lebensraum für
Vögel zu motivieren.

* Hinweise an die Redaktionen: *

Einen druckfähigen Teilnahmebogen zur Verwendung in Printmedien sowie
die Meldemöglichkeit zur „Stunde der Wintervögel als Widget für
Onlinemedien gibt es unter
www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ueber-die-aktion/medieninfos.html
<http://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ueber-die-aktion/medieninfos.html>

Pressebilder unter www.nabu.de/presse/fotos/#stundederwintervoegel
<http://www.nabu.de/presse/fotos/#stundederwintervoegel>

 


Deutschlands wilde Vögel 2

Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Nachdem zur ersten Ausstrahlung des Kinofilms „Deutschlands wilde Vögel 1“ die Resonanz noch etwas spärlich war, strömten die Vogelfreunde bei der zweiten Auflage in den Saal 6 des Cineworlds und zeigten eine gute Präsenz. Jung und alt schauten sich diesen guten Film an und ließen sich die besten Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland zeigen. Der NABU informierte gleichzeitig über unsere gefiederten Freunde und die Aktion „Stunde der Wintervögel“ mit einem kleinen Infostand.

Hans-Jürgen Zimmermann, der den Film erstellt hat, versteht es, die Zuschauer zu fesseln. Mehrere bekannte und weniger bekannte Plätze hat der Profi ausgesucht, die es zu entdecken gilt.

Alpendohlen leben auf der Zuschauerplattform des Nebelhorns im Allgäu in trauter Eintracht mit den Menschen und warten, bis etwas Fressbares für sie abfällt. Lachmöwen fühlen sich in den Rieselfeldern nördlich von Münster wohl und lassen sich hier gut beobachten. Mehr als 200 Vogelarten zählen Vogelfreunde in einem der bedeutendsten inländischen Feuchtgebiete innerhalb eines Jahres. Mehr als 70 000 Kraniche rasten in der Diepholzer Moorniederung im Oktober. Weißstörche haben den Rheingau zu ihrem Mekka gekürt. In der Wagbachniederung brüten die seltenen Purpurreiher. Bienenfresser und Wiedehopf erheben den Kaiserstuhl zu einem Hotspot der Vogelwelt, der sonst für seine reichhaltige Orchideenwelt bekannt ist. Im Ochsenmoor am Dümmer fühlen sich typische Wiesenvögel wie Kiebitz, Uferschnepfe, Bekassine und Großer Brachvogel vor. Helgoland, einzige Hochseeinsel in Deutschland, zieht seit Jahren Menschen aus der ganzen Welt an, weil hier Irrgäste aus Nordamerika und Asien regelmäßig zu beobachten sind. Trottellummen, Dreizehenmöwen und Basstölpel haben hier die einzigen Brutvorkommen in Deutschland. [Text und Bild: U. Nickel]

 


„Stunde der Wintervögel“ vom 9. bis 11. Januar 2015

Naturerleben/Vögel

Volkszählung am Futterhäuschen

NABU ruft auf zur „Stunde der Wintervögel“ vom 9. bis 11. Januar 2015

Düsseldorf - Vom 9. bis 11. Januar 2015 findet deutschlandweit wieder
die „Stunde der Wintervögel“ statt. Der NABU ruft Naturfreunde auf, eine
Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder
im Park zu zählen und zu melden. Im Vorjahr beteiligten sich bundesweit
mehr als 76.000 Naturfreunde an der „Stunde der Wintervögel“, in
Nordrhein-Westfalen meldeten rund 14.500 Vogelfreunde ihre
Beobachtungen. Allerdings wurden aufgrund des milden Winterwetters
deutlich weniger Vögel beobachtet.

Um zu erfahren, wo welche Wintervögel vorkommen und wie häufig sie sind,
benötigt der NABU die Daten möglichst vieler Naturfreunde. So lasse sich
auch langfristig feststellen, wie sich Veränderungen, wie etwa der
Klimawandel oder regional auftretende Krankheiten, auf die Vogelwelt
auswirkten. „Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto
besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen“, erklärt Bernd
Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses Ornithologie und
Vogelschutz im NABU NRW.

Im Mittelpunkt der Aktion „Stunde der Wintervögel“ stünden vertraute und
oft weit verbreitete Vogelarten, die auch den Winter hier verbringen wie
Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Bei Nahrungsengpässen tauchten
in manchen Wintern in großer Zahl auch Invasionsvögel wie Seidenschwanz,
Erlenzeisig oder Bergfink auf. Besondere Aufmerksamkeit verdienen 2015
Amsel und Grünfink – und die Frage, ob beide Arten wie in den letzten
Jahren weiter abnehmen. "Gerade der Grünfink gab in diesem Jahr wieder
Anlass zur Sorge, wurden doch zahlreiche kranke und tote Tiere in Gärten
oder an Futterstellen gemeldet", so Jellinghaus.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme
aus, eine besondere Qualifikation sei nicht nötig, denn die „Stunde der
Wintervögel“ funktioniere ganz einfach: Von einem ruhigen Plätzchen aus
wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer
Stunde gleichzeitig entdeckt wird. Die Beobachtungen können dann im
Internet unter www.stundederwintervoegel.de
<http://www.stundederwintervoegel.de> oder unter www.nabu-nrw.de
<http://www.nabu-nrw.de> bis zum 19. Januar gemeldet werden, die
Ergebnisse werden dort live ausgewertet. Zudem ist am 10. und 11. Januar
jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.


/Zur Aktion stellt der NABU eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten
Vogelarten sowie Tipps zur Winterfütterung zur Verfügung. Für
Printmedien gibt es einen druckfähigen Teilnahmecoupon samt
Vogelgalerie, Onlinemedien können die Meldemöglichkeit zur „Stunde der
Wintervögel“ als Widget einbinden. /

/Weitere Infos finden Sie unter
http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/stundederwintervoegel/aktion/13255.html
<http://www.nabu-nrw.de>, Pressefotos zum Download gibt es unter
//http://www.nabu.de/presse/fotos/#stundederwintervoegel//./

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Für Rückfragen:
Bernd Jellinghaus, Sprecher des LFA Ornithologie und Vogelschutz, mobil:
0175 - 45 31 628


Finkensterben in NRW

Foto: NABU / Frank Derer

Finkensterben in NRW: Krankheit wird wieder häufiger beobachtet
NABU warnt vor Übertragung an Futterstellen und gibt Hygienetipps für die bevorstehende Winterfütterungssaison

Düsseldorf Der Grünfink ist ein beliebter und häufiger Besucher in unseren Gärten. Doch der kompakte und sehr robust wirkende Singvogel ist bedroht: Beim NABU NRW gingen in den vergangenen Wochen vermehrt Meldungen zu erkrankten oder toten Grünfinken ein. „Besorgte Vogelfreunde berichten dem NABU immer wieder von Grünfinken in der Nähe von Futterstellen, die merkwürdig aufgeplustert sind, jede Scheu verloren haben und in der Regel kurze Zeit später verenden, erklärt Bernd Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW.

Nachdem vor Wochen schon Fälle aus dem Märkischen Kreis, dem Ennepe-Ruhr-Kreis und dem mittleren Ruhrgebiet bekannt wurden, folgte das westliche Münsterland und die Rheinschiene. Aktuell häufen sich die Meldungen aus dem Rhein-Erft-Kreis. Es ist davon auszugehen, dass die gemeldeten Grünfinken mit dem Erreger Trichomonas gallinae infiziert sind, so Jellinghaus weiter.

Im Sommer 2009 trat erstmals in größeren Teilen Deutschlands eine solche Trichomonaden-Infektion bei Finken auf. Nach Schätzungen des NABU starben damals etwa 70.000 bis 80.000 Grünfinken an der für diese Art tödlichen Krankheit. Nach dieser großen Epidemie trat die Krankheit in jedem Jahr erneut auf, sobald anhaltend sommerliche Temperaturen herrschten. Es wurde vermutet, dass die warme Witterung die Infektionsgefahr begünstigt. „Die jüngsten Verdachtsfälle lassen befürchten, dass diese Gefahr nicht nur auf die warme Jahreszeit beschränkt ist“, betont Jellinghaus.

Auch aus anderen Regionen Deutschlands gibt es in diesem Jahr wieder vermehrt Meldungen von toten Finkenvögeln. Betroffen sind vor allem Grünfink und Gimpel, in einzelnen Fällen auch Stieglitz oder Buchfink. Dies deute daraufhin, dass die Krankheit in diesem Jahr aufgrund des lange anhaltenden warmen und sehr feuchten Wetters wieder größere Ausmaße erreicht. Als Trichomonaden-Infektionsquelle kommen neben dem direkten Kontakt der Tiere untereinander vor allem Futter- und insbesondere Wasserstellen für Vögel in Frage. Hierüber kann ein kranker Vogel schnell viele andere Vögel infizieren.

Mit dem Trichomonaden-Erreger infizierte Tiere zeigen folgende Merkmale: Verklebter Schnabel, schaumiger Speichel, der die Nahrungsaufnahme hemmt, großer Durst. Die Tiere sind kurzatmig und wirken matt, apathisch und schlafen überdurchschnittlich viel. Ihr Gefieder ist meist stark aufgeplustert. In der Regel sterben die Tiere nach kurzer Krankheitsdauer an der Infektion, die immer tödlich verläuft. Nach Angaben von Veterinären besteht für den Menschen, Hunde und Katzen keine Gefahr einer Infektion. Aus bisher unbekannten Gründen scheinen auch die meisten anderen Vogelarten wesentlich weniger empfindlich auf den Erreger zu reagieren als Grünfinken.

Angesichts der bevorstehenden Winterfütterungssaison appelliert der NABU NRW daher an alle Vogelfreunde, auf das Füttern der Tiere bei den aktuell herrschenden milden Temperaturen zu verzichten. Wer dennoch füttert, sollte die Fütterung spätestens dann einstellen und alle Vogeltränken entfernen, wenn kranke oder tote Vögel gefunden werden, um eine weitere Verbreitung zu unterbinden. Generell rät der NABU erst zur Winterfütterung, bei anhaltendem Frost und geschlossener Schneedecke. Grundsätzlich seien alle Futterstellen und Vogeltränken penibel sauber zu halten. Am besten verwende man daher Futterspender (Futtersilos). Hier könnten die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot und Krankheitserregern verschmutzen. Wer herkömmliche Futterhäuschen verwende, sollte diese regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und täglich nur bedarfsgerecht Futter nachlegen.

„Grundsätzlich besteht jedoch keine Gefahr für die allgemein leicht abnehmenden Bestände der Grünfinken“, so der NABU-Vogelexperte. In Deutschland lebten rund zwei Millionen Brutpaare, im Sommer seien das über zehn Millionen Grünfinken, Eltern und Jungvögel eingerechnet. Das Finkensterben führe zwar zu einer erhöhten Sterblichkeit, ein nachhaltiger Effekt auf die Bestandsentwicklung sei derzeit aber nicht nachweisbar. Verdachtsfälle aus den Regionen sollten aber dem Kreisveterinäramt angezeigt und tote Vögel dort als Proben angeboten werden, damit das Auftreten des Erregers amtlich dokumentiert werden kann.

Meldungen über kranke und tote Singvögel nimmt der NABU NRW

unter info@nabu-nrw.de entgegen.

 


Deutschlands Vögel! Der Film

Deutschlands Vögel sind vielfältig, aufregend, spannend und voller Geheimnisse. Besucher, die sich den gleichnamigen Film im Cineworld Recklinghausen anschauten, staunten und erhielten neue Einblicke in das Leben der Vögel in Deutschland. Der NABU Recklinghausen hat sich dafür eingesetzt, dass dieser tolle Film im Recklinghäuser Kino gezeigt wird. Die gute Resonanz bestätigte und erfüllte die Hoffnung der Recklinghäuser Naturfreunde.

Die Aktiven des NABU begleiteten den Film mit einem kleinen Infostand, informierten über die heimische Vogelwelt und beantworteten Fragen der Besucher.

Hans-Jürgen Zimmermann, der seit 1977 Fernsehfilme über Naturthemen produziert, entführt die Besucher in Deutschlands Vogelwelt. Der Profi reiste monatelang durch Deutschland, von den Alpen bis zur Nord- und Ostsee. Herausgekommen ist ein Film mit

faszinierenden Aufnahmen, der jeden Vogel- und Naturfreund begeistert. Ganz bewußt hat er auf filmische Effekte, Computeranimationen und Filmtricks verzichtet, damit die Natur so erscheint, wie sie wirklich ist.

Berühmte und weniger bekannte Vogelbeobachtungsgebiete zeigt Zimmermann in seinem Film. Die letzten Großtrappen balzen noch in den havelländischen Luchwiesen. Seit 30 Jahren brüten die einzigen Flamingos in Westeuropa, und zwar im Zwillbrocker Venn in Nordrhein-Westfalen, etwa eine Autostunde von Recklinghausen entfernt. Ein häufiger Vogel wie der Haubentaucher präsentiert unbekannte Nuancen. In der Vulkaneifel kann der Vogelfreund ihn bei seinen Balzritualen beobachten. Alexander- und Halsbandsittiche fühlen sich im Stadtpark von Wiesbaden wohl. Zimmermann gibt uns Einblick dieser auch in einigen NRW-Städten entlang des Rheins verbreiteten Vögel. Steinhunder Meer, die Wedeler Marsch bei Hamburg, der oberschwäbische Federsee, Seeadler in der Feldberger-Seenlandschaft und Kraniche in der Rügen-Bock-Region (Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft) ergänzen diesen wundervollen Film. Text und Bilder U. Nickel