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Sonntag, 2019-01-20

Naturkundemuseum in Münster

Leben in der Dunkelheit

Kennen Sie Schwanzlurche, die bis zu 100 Jahre alt werden können? Der Grottenolm, der in Höhlengewässern in Gebirgen von Slowenien bis Montenegro lebt, kann dieses stolze Alter erreichen. Er lebt in den dunkelsten Gewässerbereichen und kann seinen Magnetsinn zur Orientierung einsetzen. Hin und wieder wurden sie früher an die Oberfläche gespült. Menschen in der Historie hielten sie für Drachenjunge. Ihr bizarres Aussehen inspirierte die Menschen zu illustren Geschichten.

Diese phänomenalen Tatsachen offenbart die Ausstellung „Leben in der Dunkelheit“, die noch bis Mai 2016 im Naturkundemuseum in Münster zu sehen ist. Bei unserem Besuch waren wir von der Größe und der Faszination der Darstellungen und Informationen sehr angetan. Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen, weil wir viel erfahren haben, was wir vorher noch nicht wußten.

Die Ausstellung zeigt die faszinierende Welt der dunklen und lichtarmen Orte der Erde. Sie rückt die erstaunliche Vielfalt und die beeindruckenden Fähigkeiten von Lebewesen in den Fokus, die sich an ein Leben ohne Licht angepasst haben. Zu erfahren, welche erstaunlichen Lösungen die Natur für ein Leben ohne Licht gefunden hat, sprengt nahezu jede Vorstellungskraft. Die Tiere in den dunklen Höhlensystemen werden ebenso vorgestellt wie das Leben in der Tiefsee, die weitgehend lichtfrei ist und dennoch eine gewaltige Fülle seltsam anmutender Tierarten beherbergt. Insbesondere die speziellen Anpassungen und die besonderen Sinnesleistungen sind rekordverdächtig. Dazu gehört auch das Echolotsystem der Fledermäuse, die sich ein genaues Bild ihrer Umgebung machen können. Der Besucher erfährt etwas über die Fähigkeiten der Eulen, mühelos Beute zu erspähen. Der Unterschied zwischen Fotosynthese und Chemosynthese wird deutlich. Letzt genannte findet ohne Lichteinwirkung statt und oft in den Tiefen der Ozeane. Auch der Begriff der Schmetterlingsblütigkeit war mir bis zum Museumsbesuch völlig unbekannt. Auf die Nachtfalter bezogen, bedeutet dies die Anpassung der Blüten an die Bestäubung durch Nachtfalter. Natürlich wird in der Ausstellung auch das Leben des Menschen in der Dunkelheit thematisiert. Beispiele sind Menschen, die im Bergbau gearbeitet oder in unterirdischen Städten in Kappadokien gelebt haben.

Die Ausstellung vermittelt viel Wissenswertes. Ein Audioguide empfiehlt sich für Museumsbesucher, die nicht alles lesen wollen. Interessierte sollten viel Zeit mitbringen. Es lohnt sich. [ Text und Bilder: U. Nickel ] KLICK für große Bilder

Das LWL-Museum für Archäologie in Herne

zeigt bis zum 29. Mai 2016 die Ausstellung „Wildes Westfalen - Tierische Fotos und Funde“. Das Museum verzichtet auf einen festen Eintrittspreis. Wem die Ausstellung gefallen hat, kann eine kleine Spende in ein Sparschwein stecken. Der Erlös wird zwischen dem Förderverein des LWL-Museums und dem NABU Herne aufgeteilt.

Lohnt der Besuch der Ausstellung? Wer etwas über die historische Entwicklung der Tiere in Westfalen erfahren möchte, sollte dem Museum einen Besuch abstatten. Hier versammeln sich archäologische Spuren der Tiere Westfalens: Werkzeuge aus Tierknochen, „Zubehör“ für Haustiere mit wirklich guten Fotografien der Naturfotogruppe des NABU Herne. Gemeinsam entsteht wirklich ein guter Eindruck über die Tierwelt Westfalens früher und heute. Ich meine aber, dass sich erst durch eine Führung die Zusammenhänge genau erfassen lassen. Wer allein durch die Ausstellung flaniert, wird die Bedeutung des Themas nicht ganz verinnerlichen können. Erst durch die Führung habe ich erfahren, dass das Hausrind nicht durch die früher in Europa lebenden Auerochsen abstammt. Siedler aus dem Nahen Osten haben die Hausrinder nach Europa eingeführt und die Domestizierung vorgenommen. Auch der Fasan gehört nicht zu den wildlebenden Tieren in Westfalen. Er wurde aus Asien eingeführt. [ Bericht und Bilder: U.Nickel ] LWL-Museum