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Dienstag, 2018-12-18

 

 

Rotkehlchenspur

Tierspuren im Winter - Geschichten aus kalten Nächten

Für Naturdetektive bietet der knackig kalte Winter viele Herausforderungen, neue Erkenntnisse zu sammeln und hinter die Geschehnisse zu blicken, die sich in unserer Umgebung abgespielt haben. Ziel des scharfsinnigen Verstandes sind die zahlreichen Spuren, die Tiere im Schnee hinterlassen. Spuren können viel über das Leben und Verhalten der Tiere verraten. Größe und Form des einzelnen Abdrucks einer Pfote oder eines Hufs, aber auch der Abstand zwischen den Abdrücken und ein gewisses Muster verraten etwas über die Tierart, den eingeschlagenen Weg und die Geschwindigkeit, die das Tier zurückgelegt hat.

Besonders gut geeignet sind Waldgebiete wie die Haard oder die Hohenhorster Heide, um sich auf die Fährten der einheimischen Tiere zu begeben. An den Mollbeckteichen streiten die Tiere um die Gunst des aufmerksamen Naturbeobachters. Das Wildkaninchen huscht durch das Gebüsch, um nach Fressbarem Ausschau zu halten. Die Amsel hüpft durch den kalten Schnee und ernährt sich von Früchten, die sie jetzt noch findet. Stockente und Teichhuhn wechseln zwischen Wasser und Ufer, um sich ihren Magen zu füllen. Die Spur des Wildkaninchen verrät, dass es hektisch Unterschlupf im nächsten Gebüsch gesucht hat. Der Waldkauz hatte es bereits erspäht. Doch das Kaninchen konnte sich nochmal retten. Jetzt ist es gewarnt und wird noch vorsichtiger sein.

Die Landschaft liegt in winterlicher Ruhe. Bizarre und bezaubernde Raureifkrusten an dörren Pflanzenstengeln oder Schneeauflagen auf Ästen lassen sich entdecken und bewundern. Das Wasser gefriert zu undurchdringlichen Teppichen. An Bachläufen entstehen aus Spritzwasser vergängliche Eisskulpturen, die nur von kurzer Dauer sind. Die Stockenten belagern die letzten offenen Wasserflächen.

Können Enten auf dem Eis nicht festfrieren? Zwar sind die Enten barfuß unterwegs, sind aber an solch widrige Umstände bestens angepasst. Dass die federlosen Füße nicht auskühlen, gewährleistet das sogenannte Wundernetz, das nach dem Prinzip eines Wärmeaustauschers funktioniert. Im Wundernetz der Vogelbeine liegen feine Blutgefäße sehr dicht beieinander. Das arterielle Blut strömt darin vom knapp 40 Grad warmen Körper Richtung Füße und fließt sehr nah an den Venen vorbei, die das abgekühlte Blut aus den Füßen wieder zurück zum Körper transportieren. Im Wundernetz erwärmt das warme Blut das kalte - wie bei einem Wärmetauscher. Die Ente kann stundenlang auf dem Eis herumwatscheln.  

Text und Bilder U.Nickel