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Mittwoch, 2017-12-13

Eine Wanderung in Speckhorn

Eine Wanderung in Speckhorn lohnt zu jeder Jahreszeit, hält der nördlichste Ortsteil Recklinghausens auch viele Möglichkeiten bereit, unterschiedliche Spaziergänge zu unternehmen. Ins Visier nehmen möchte der NABU die alte Zechenbahn, die 1903 erbaut wurde, um das „schwarze Gold“, die Kohle, nach Marl-Sinsen zu befördern. Heute handelt es sich um einen Naturlehrpfad, der besonders die Bäume in den Fokus rückt. Als Beginn der Wanderung empfiehlt sich die Honermannsiedlung, und zwar die Stelle, an der ein Weg neben dem Silvertbach zur Halde abzweigt. Im Winter sind hier häufig Silberreiher, die weißen Verwandten des Graureihers, zu sehen, um sich an Fischen satt zu fressen. Sie bilden eine Konkurrenz zum Eisvogel, der sich hier häufig auf der Jagd nach kleinen Fischen aufhält. Vor zwei Jahren wurde der Silvertbach mit seinen angrenzenden Bächen zum Naturschutzgebiet erklärt, um einen der saubersten Bäche des Kreises Recklinghausen zu schützen. Nach ca. 20 Minuten erblicken wir links des Weges eine Birke, die aufgrund ihrer Form im unteren Bereich auch als Kniebirke bezeichnen werden kann. Nach kurzer Zeit sehen wir auf der linken Seite einen kleinen Hügel, der von einem Wald gesäumt wird. Dieses Gebiet wurde vor kurzem als Naturschutzgebiet Kaninchenberg ausgewiesen. Diese etwa 15 Meter aus der Landschaft ragende, buchenbestandene Kame (eiszeitliche Aufschüttung) entstand durch die Ablagerung von Sanden, Schottern und Moränenmaterial eines sich zurückziehenden saalezeitlichen Gletschers. Als Nische für Hohlenbrüter und andere Tiere erfüllt das ca. zwei Hektar große Naturschutzgebiet eine wichtige Rückzugsmöglichkeit inmitten der intensiv genutzten Agrarlandschaft. In Höhe des Lehrpfades, der den Blick auf den Kaninchenberg freigibt, befindet sich eine Infotafel, auf dem das Wort „Eyspring“ erklärt wird. „Ey“ bedeutet so viel wie feuchter Grund oder Feuchtwiese. Spring geht auf das mittelhochdeutsche Wort „sprinc“ für entspringen zurück. Der Eyspring ist das Quellgebiet des Silvertbaches. Wenn wir Oer erreichen, biegen wir rechts auf die Hauptstraße und verlassen diese nach kurzer Zeit wieder, wenn eine kleine asphaltierte Straße nach rechts abzweigt. Rechts fällt uns eine Feuchtwiese mit einem Kopfweiden bestandenen Bach auf, der zum NSG Silvertbach gehört und ästhetische Augenblicke bietet. Wir wandern die Straße entlang, passieren Theos Farm und biegen rechts vor dem Reitstall Börste ab. Nach ca. 1 1/2 Kilometern erreichen wir die Honermannsiedlung, unseren Ausgangspunkt, und sind überrascht, dass Speckhorn noch so schöne Flecken zum Erleben bereit hält. Diese Wanderung bietet sich das ganze Jahr an, auch so für zwischendurch.

[Text und Bilder: U. Nickel]  für größere Bilder bitte klicken