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Sonntag, 2019-01-20

Besenheide

Nationalpark De Maasduinen

Ausgedehnte Heidelandschaften verbinden wir gewöhnlich mit der Lüneburger Heide, den Nationalparken Hoge Veluwe und Veluwezom nördlich von Arnheim sowie der Westruper Heide, die im August aus nah und fern viele Naturfreunde anzieht. Wer eine Einkaufsfahrt nach Venlo unternimmt, sollte sich unbedingt einige Stunden Zeit für eine Wanderung durch den Nationalpark de Maasduinen nehmen, der von seiner Biotopvielfalt die erwähnten Naturlandschaften in den Schatten stellt.

Nördlich von Venlo dehnt sich ein ca. 20 Kilometer langer und maximal vier Kilometer breiter Nationalpark entlang der Maas aus, der unterschiedliche Naturräume und Landschaftsformen in sich vereinigt. Feuchtwiesen, Moore, Magerrasen und Heidelandschaften wechseln mit Kiefernwäldern und größeren Seen ab. Der Nationalpark mit einer Größe von 4500 ha zeichnet sich insbesondere durch seinen Fluss- und Binnendünengürtel aus. Diese Dünen entstanden am Ende der letzten Eiszeit, als große Teil der Region Limburg in den Niederlanden mit einer Schicht Flugsand bedeckt waren. Der Wind blies diesen Sand zu Sandrücken und hufeisenförmigen Dünen, sogenannten Paraboldünen, zusammen. Die Region wurde während der Eiszeit von den Flüssen Maas und Rhein geprägt, die mehrfach ihr Bett änderten und hierbei Sedimente wie Schwebstoffe, Kies und Sand ablagerten.

Das Reindersmeer in der Nähe von Well ist ein durch den Abbau von Sand und Kies in den Jahren 1971 - 2001 entstandener Baggersee, der seitdem der natürlichen Entwicklung überlassen wird. Viele bedrohte Pflanzen und Tierarten sind im Nationalpark zu finden. Schwarzspecht und Ziegenmelker fühlen sich hier zu Hause. Bergsandglöcken und Rundblättrige Glockenblume strecken ihre Blüten gen Himmel. Pilze wie der Parasol und der Fliegenpilz erfreuen im Frühherbst den Wanderer. Der Geldernsch-Nierskanal im Süden des Nationalparks bieten selbst dem Eisvogel gute Bedingungen.

Gut ausgeschilderte Wanderwege bieten ideale Möglichkeiten, das Gebiet mit all seinen Facetten zu erleben. Die Niederlande besitzen ein gutes Händchen, Naturgebiete auf eine liebevolle Art und Weise dem Menschen zu erschließen und dennoch den Schutz der Natur zu gewährleisten. Ein Besuch des Nationalparks lohnt besonders im August und September, wenn die Besenheide weite Flächen in ein Meer aus Rot- und Lilatönen verzaubert. Wanderschäfer mit ihren Schafherden stellen sicher, dass die Heideflächen erhalten bleiben. Durch den Verbiss können junge Triebe nachwachsen und die Heide verjüngen. [ Text und Bilder: U. Nickel ]

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