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Sonntag, 2019-01-20

Rundweg

 

Naturschutzgebiet Loosenberge

Naturschutzgebiet Loosenberge – Westruper Heide im Miniaturformat

Durch den Wanderparkplatz „Loosenberge“ an der Bundesstraße B 58 etwa zehn Kilometer westlich von Schermbeck stößt man auf das gleichnamige Naturschutzgebiet, das nach einigen Minuten Fußweg vom Parkplatz zu erreichen ist. Dicht im Wald verborgen, gibt das kleine schöne Fleckchen Natur erst kurz nach dem Schild „Naturschutzgebiet“ seine Geheimnisse preis. Ein Rundweg wurde mit viel Liebe in diesem 13 ha großen Naturschutzgebiet angelegt. Wacholder, Besen- und Glockenheide, aber auch die Blutwurz, ein Fingerkrautgewächs, wetteifern um die Aufmerksamkeit des Wanderers. Dieses Gebiet erscheint wie die Westruper Heide im Miniaturformat, erobert durch seine Beschaulichkeit die romantische Seite jedes Menschen.

Die Loosenberge gehören zu einem ca. fünf Kilometer langen Dünenzug, den Drevenacker Dünen, die zwischen Wesel-Obrighoven und Schermbeck-Damm am Nordrand des Lippetales liegen. Das Ausgangsmaterial in den Loosenbergen ist der Sand der nacheiszeitlichen Flussniederungen. Dieser wurde vom Wind bis zu vier Metern hohen Hügeln zusammengetragen. Da der Dünensand sich durch Nährstoffarmut kennzeichnet, eignete sich das Gebiet nicht für die Landwirtschaft. Daher wurden die Loosenberge vorwiegend als Weide für Schafe genutzt. Die Schafe verbissen nur die jungen Bäume, ließen Pflanzen wie Wacholder und Besenheide stehen. Der ursprüngliche Eichen-Birken-Wald ging zurück. Es entstand eine großflächige Heide. Schweine, Schafe und Rinder wurden in diesen Heide- und Hutelandschaften gehütet. Als im 19. Jahrhundert, mit dem Einsetzen der planmäßigen Forstwirtschaft, die Heide aufgeforstet wurde, verschwanden die Heiden mehr und mehr aus unserem Landschaftsbild. Die Aufforderung erfolgte überwiegend mit Kiefern, die im Bergbau gebraucht wurden. Nur durch eine Beweidung mit Schafen und einer ergänzenden Pflege kann die Heide heute erhalten werden. Mehr als 200 Schmetterlinge und zahlreiche Pflanzenarten wurden festgestellt. Schöne Falter wie der Kleine Feuerfalter können mit etwas Glück beobachtet werden. [ Text und Bilder: U. Nickel ]

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