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Sonntag, 2019-01-20

Beerenbruch - Bergsenkung als Segen für eine reiche Tier- und Pflanzenwelt

Auffällig sind die Bombentrichter und kleinen Tümpel, die im Naturschutzgebiet Beerenbruch nahezu flächendeckend vorhanden sind. Wer dieses interessante Schutzgebiet betritt, ist fasziniert und gefesselt von der Biotopausstattung. Dieses erste „interkommunale Naturschutzgebiet“, das sowohl in Castrop-Rauxel als auch in Dortmund liegt, entstand um 1950 durch Bergsenkungen. Es weist eine Größe von 95 Hektar auf, die sich auf verschiedene Biotope verteilen. Obwohl dieses schöne Gebiet nicht natürlich entstanden ist, zeichnet es sich durch ökologisch hochwertige Lebensräume auf. Vielleicht ist es gerade die Vielfältigkeit und die Abwechslung, die die Strahlkraft ausmacht. Langeweile scheint hier ein Fremdwort zu sein. Der sieben Hektar große Brunosee als zentraler Bestandteil ist durch Waldbestände umgeben, die weit über 100 Jahre alt sind. Der Beerenbruch zeigt Kennzeichen des artenarmen Sternmieren-Stieleichen-Hainbuchenwaldes. Vorkommende Baumarten sind Rot- und Hainbuche sowie Stieleiche und Vogelkirsche auf den trockeneren Standorten sowie Roterle, Esche, Bergahorn und Pappel auf den zur Vernässung neigenden und staunassen Standorten. Ein Teil der Waldflächen besticht durch seinen naturnahen Zustand, der durch die große Staunässe und das dichte Astwerk kaum durchdringbar ist und Anklänge an einen Bruchwald aufweist. Fast 280 Bombentrichter, Bergsenkungsgewässer und Entwässerungsgräben prägen dieses naturnahe Waldgebiet. Phytotelme, kleinste Feuchtbiotope in der Rinde von Bäumen, bieten Nischen für Mikroorganismen und kleine Tiere. Einige Bäume sind durch Splitterschäden im Holz aus dem Zweiten Weltkrieg beeinflusst. Ein Wegenetz erschließt den Beerenbruch. Eine Wanderung kann beliebig verlängert werden durch das angrenzende Grutholz. Der Deininghauser Bach mäandriert mitten hindurch. Dieser wurde im Rahmen des Emscherumbaus großflächig renaturiert. Es handelt sich um die größte Einzelmaßnahme im Rahmen des Emscherumbaus. [Text und Bilder: U. Nickel] Bilder zu klein? Bitte klicken