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Sonntag, 2019-01-20

Lanstroper See

Kunst, Kultur und Natur lassen sich im Ruhrgebiet bei Ausflügen gut miteinander kombinieren. Ein inspirierendes Naturererlebnis bietet der Lanstroper See im Nordosten von Dortmund, der vor knapp 50 Jahren durch Bergsenkungen entstanden ist. Bergsenkungen sind ein Segen für die Natur, für Hausbesitzer oft ein sehr unangenehmes Übel. Da die Bergbaubetreiber in der Vergangenheit die Schächte für die abgebaute Steinkohle nicht in ausreichender Menge verfüllt haben, stürzt die Erde ein, entstehen Löcher und Risse an den Häusern im Ruhrgebiet.

Im Ruhrgebiet wurde die Natur in den letzten 150 Jahren durch den Menschen grundlegend verändert. Auen wurden trockengelegt, Wälder gerodet und wertvolle Biotope zerstört. Nachdem der Bergbau und die Kokereien sich auf dem Rückzug befinden, erorbert sich die Natur verlorene Areale zurück. Sogenannte Sekundärbiotope bilden sich. Bergsenkungen, die durch anthropogene Einflüsse entstanden sind, sind während dieser Entwicklung ein wahrer Segen für die Tier- und Pflanzenwelt. Zahlreiche Seen sind Folge dieser Bergsenkungen. Die Bedeutung des Lanstroper Sees wurde früh erkannt. Bereits 1990 wurde dieses acht Hektar große Feuchtgebiet unter Naturschutzgebiet gestellt und wird von Wasservögeln gut angenommen. Haubentaucher balzen im Frühjahr. Im Herbst und Winter versammeln sich hier Löffel-, Krick- und Schnatterenten. Der Kormoran sitzt auf umgestürzten Weiden und taucht nach Fischen. Amphibien haben sich hier zum Laichen eingestellt. Ein vorgelagertes Becken fängt das nährstoffreiche Oberflächenwasser auf. Der Vogelbeobachter kann im Herbst und Winter mit Glück bestimmt seltene Vögel entdecken.

Nach einer erlebnisreichen Wanderung und spannenden Momenten geht der Ausflug weiter zum Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna. Es ist das weltweit erste und einzige Museum, das sich ausschließlich der Lichtkunst widmet. Im Mai 2001 wurde dieses Museum in den ehemaligen Räumen der Lindenbrauerei eröffnet. Auf einer Ausstellungsfläche von 2400 Quadratmetern bietet diese zeitgenössische Kunstform aufregende und neue Eindrücke. Die labyrinthischen Gänge, Kühlräume und Gärbecken werden künstlerisch inszeniert. 14 Ausstellungsräume präsentieren die Lichtkunst auf unterschiedlichste Weise. Rebecca Horn hat ein komplexes mechanisches Gebilde aus Kupfer, Glas, Stahl und Licht geschaffen, das wie Lotuspflanzen in den Raum hineinwächst. Lichtreflexe und Schatten wandern über die Wände und erzeugen eine meditative Stimmung, bestehend aus Bewegung, Klang und Lichtreflexion. In der Installation von Olafur Eliasson marschiert der Besucher auf einem Laufsteg, der von zwei Wasserfällen flankiert wird. Im Stroboskoplicht scheinen die Wassertropfen in der Luft zu hängen. Der bekannteste Lichtkünstler ist James Turrell. Er gibt in seinem Kunstwerk „Floater 99“ dem Licht selbst Raum und baut Räume aus Licht. Er nutzt die Wahrnehmung des Menschen, die oft irritiert wird. Das Museum kann nur mittels Führung betreten werden. Diese lohnt sich auf jeden Fall. [Text und Bilder: U. Nickel]  Bilder zu klein? Bitte klicken