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Dienstag, 2018-04-24

Pressebericht Dorstener Zeitung Hürfeldhalde

14.3.2018                                  Ausgabe 'RN DN-Dorsten', 06.03.2018, Seite 17

Die Suche nach Vögeln Hürfeldhalde in Dorsten

DORSTEN. Wo sind die Vögel auf der Hürfeldhalde? Dieser Frage ging am Sonntag eine Gruppe des Nabu nach. Auch über die drohende Deponie wurde diskutiert.

Stefan Wanske vom Nabu Recklinghausen beobachtet die verschiedenen Vögel an der Hürfeldhalde. Louwen

Von Nina Louwen

Seht mal, da fliegen die Kraniche!“, ruft Stefan Wanske vom Nabu Recklinghausen. Sofort gehen etwa zehn Ferngläser nach oben, um sie zu beobachten. Es ist ein großer Schwarm, etwa 400 Tiere fliegen in der Formation.

Wanske und seine Mitstreiter beobachteten am Sonntagnachmittag die Vögel von der Hürfeldhalde aus. Gemeinsam wurde die renaturierte Halde auf der Suche nach Vogelarten erkundet. Oft wurde einfach nur gelauscht, aus welcher Ecke es zwitscherte und welcher Vogel das sein könnte. „Das ist der Buchfink“, hieß es dann aus der einen Ecke, „das ist die Blaumeise“ aus der anderen. Es waren viele Vogelarten, die sie an diesem Sonntagnachmittag hörten und sahen. „Wir haben einige Vögel hier entdeckt“, erklärte Wanske. „Das waren zum Beispiel Tauben, Meisen oder Kormorane. Besonders toll zu beobachten sind aber natürlich die großen Kranichschwärme.“ All das seien Allerweltsvögel, „diese zeigen aber, ob die Umwelt hier okay ist.“ An der Hürfeldhalde sei die Situation „normal.“

Das könnte sich aber ändern, wenn hier eine Deponie entstehen würde. Der Regionalverbund Ruhr (RVR) und die Ruhrkohle AG (RAG) planen nämlich, aus einem Teil der Halde eine Schadstoffdeponie zu machen. Besonders die Altendorfer Bürger äußerten sich bisher kritisch zu diesen Gedankenspielen, einige auch am Sonntag. „Eine Deponie kann man ja nicht gut finden“, hieß es von einigen Teilnehmern.

Auch Wanske zeigte sich nicht sonderlich begeistert, als er von diesen Plänen hörte. „Eine Deponie kann man ja eigentlich nie befürworten. Besonders weil man ja auch nicht weiß, was das alles für Stoffe sind, die da deponiert werden.“ Eine Deponie bringe so gut wie immer Probleme. Er würde sich wünschen, dass man die Halde einfach „liegen lässt“. Das bedeute, dass der Mensch gar nichts mehr an der Halde mache und zulasse, dass die Natur sich selbst entwickelt. „Dann würden sich hier sicherlich auch immer mal wieder neue Tierarten ansiedeln, zum einen natürlich Vögel, aber auch andere Tierarten. Sie sind sehr anpassungsfähig.“

Ob das auch passieren wird, ist jedoch noch offen. Wanske und die anderen Vogelinteressierten hofften aber, dass sie noch sehr lange Vögel an der Hürfeldhalde beobachten und sich über Kraniche und Störche freuen können. „Das ist einfach geil, die ganzen Vögel hier zu sehen und zu hören!“

Info-Veranstaltung zur Deponie auf Halde

Altendorf-Ulfkotte. Bürgermeister Tobias Stockhoff möchte eine Informationsveranstaltung zum Thema „Deponie auf Halde“ bei den beteiligten Akteuren anregen. Er wisse, dass das Thema vielen Bürgern Sorgen bereite und es viele Fragen gebe.

Deshalb werde man die handelnden Akteure um einen Termin bitten. Soweit es schon konkrete Antworten auf konkrete Fragen gebe, hätten die Bürger ein Anrecht darauf, diese zu erfahren.

Angeregt wurde eine solche Bürgerinformationsveranstaltung von der CDU Altendorf. Die Überlegungen, aus Teilen der Hürfeldhalde eine Deponie zu machen, sorgten im Dorf für einige Sorgenfalten, heißt es. Deshalb sollten die Bürger eine „umfassende Darstellung zu den Hintergründen, den Verfahrensabläufen sowie den Plänen von AGR, RVR und RAG“ erhalten.

Man könne nicht verstehen, wieso ausgerechnet diese Halde zur Deponie werden solle. Außerdem befürchte man zusätzlichen Verkehr, Staubemissionen oder eine Gefährdung des Grundwassers. „Das Projekt „Deponie auf Halde“ darf nicht zu einer weiteren Belastung der Menschen in Altendorf-Ulfkotte bzw. der Feldmark führen“, so die CDU.

Die CDU möchte, dass die Bürger besser informiert werden.