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Dienstag, 2018-12-18

Hirschbrunft Oktober 2015

Der Frühherbst verwöhnt uns zur Zeit mit bestem Wetter. Die Sonne sorgt für gute Laune und Unternehmenslust. Die Hirsche, die in der Üfter Mark Nähe Schermbeck leben, profitieren von diesem sonnendurchfluteten Wetter. Sie lieben jetzt während der Hirschbrunft, die ihren Höhepunkt erreicht, das sonnige Wetter, das nachts für sehr kalte Temperaturen sorgt. Während einer geführten Exkursion erlebten wir dieses große Spektakel. Der Regionalverband, der die Üfter Mark betreut, hat im Mai eine neue Wildbeobachtungsplattform an der Sandgrube Boer eingeweiht, die Platz bietet für etwa 50 Personen, um die Hirsche in Ruhe zu beobachten. Etwa zehn Kolkraben überflogen die Sandgrube auf dem Weg zu ihrem Schlafplatz. Ursprünglich sollte die Sandgrube zu einem Natuerlebnisplatz ausgebaut werden. Eine artenschutzrechtliche Prüfung bestätigte das Vorkommen seltener Vögel, so dass von diesem Vorhaben Abstand genommen wurde. [Text und Bilder U. Nickel] Bilder zu klein? KLICK und ziehen

Hirsche in der Brunft 2012

Im Herbst zeigt sich die Natur von ihrer schönsten Seite. Wenn sich die Blüten unserer Pflanzen zurückziehen, die Vögel ihren Blick gen Süden richten, die Pilze ihre Köpfe aus dem Waldboden strecken und die Früchte an den Bäumen die Erntezeit einläuten, ertönt durch den Wald die Stimmengewalt unseres größten einheimischen Bewohners, des Rothirsches. Mit seiner mächtigen Erscheinung, seiner weit hörbaren Stimme und dem beeindruckenden Kopfschmuck untermauert der Hirsch seinen Herrschaftsanspruch. Kaum ein Beobachter vermag sich seiner Faszination zu entziehen. 

Während die Männchen sonst friedfertig nebeneinander leben, erfasst den großen Gesellen im Frühherbst eine starke Unruhe. Die lockeren Rudelverbände lösen sich auf. Die Hirsche verlassen ihr Wohngebiet und wandern zu den Aufenthaltsorten der Hirschkühe, um sich ihren Harem zu sichern. Haben sich die Männchen bisher noch mit Respekt behandelt, hat das friedfertige Leben zur Zeit der Hirschbrunft ein Ende.

Nur erfahrene und starke Männchen sind in der Lage, ein Rudel aus weiblichen Tieren zusammen zu halten und zu verteidigen. Der “Chef” bewacht sein Rudel rund um die Uhr und verkündet gegenüber Nebenbuhlern seinen Besitzanspruch. Nur selten muss sich der König der Wälder auf einen Kampf einlassen. Jüngere und körperlich unterlegene Hirsche vertreibt er mit seiner mächtigen Stimme. Gleich starke Konkurrenten bereiten ihm da bereits größere Probleme. Wenn der Herausforderer nach einem ausgedehnten Rufduell das Feld nicht räumen will, marschieren die Konkurrenten minutenlang im Stechschritt nebeneinander her, um dem Gegner ihre Überlegenheit zu demonstrieren. Bringt auch dieses Imponiergehabe nichts, kommt es zum großen Kräftemessen. Die Geweihe der beiden Männchen sind gefragt. Sie versuchen, mit ihren Geweihen ihr Gegenüber wegzuschieben. Der Stärkere gewinnt den gleichen Kampf und kann sich der Fortpflanzung widmen. Während der Hirschbrunft verbrauchen die Hirsche viel Energie. Die Hirsche ruhen und fressen kaum und verlieren viel Gewicht. Wer diese stolzen Tiere in freier Wildbahn beobachten und zur Brunftzeit das gewaltige Stimmenkonzert hören kann, wird von dieser Faszination fortan nicht mehr losgelassen. Die Üfter Mark zwischen Dorsten und Raesfeld hat sich zu einem richtigen Geheimtipp zum Beobachten der Hirschbrunft entwickelt. [Text und Bilder U. Nickel]