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Sonntag, 2019-01-20

EU Vogelschutzgebiet Heubachniederung

Zwischen Dülmen, Haltern und Reken erstreckt sich das EU-Vogelschutzgebiet „Heubachniederung, Lavesumer Bruch und Borkenberge“, welches es in dieser Naturausstattung kaum ein zweites Mal in Nordrhein-Westfalen gibt. Die Kernzone dieses ehemals größten zusammenhängenden Hoch- und Niedermoorgebietes in Nordrhein-Westfalen begeistert durch die Vielfalt unterschiedlichster Lebensräume. Diese Niederungslandschaft wird dominiert durch feuchtes Grünland, in das Restflächen von Hoch- und Niedermooren eingebettet sind. Bäche und eingestreute Wälder ergänzen die Vielfalt. Auf den Truppenübungsplätzen gehören trockene Heide-, Sand- und offene kiefernbewaldete Dünenbereiche zum Biotopinventar.

Zahlreiche Brutvögel wie Zwergtaucher, Kiebitze, Kormorane, Blaukehlchen, Graugänse und Eisvögel leben hier teilweise in recht großen Populationen. Zugvögel nutzen die Teiche und Wiesen als Rastplatz auf dem Weg in südliche Gefilde. Selbst Weißstörche in großen Schwärmen wurden hier im August bereits festgestellt. Seit einigen Jahren wird das Gebiet auch von Saat- und Blässgänsen als Rast- und Überwinterungsraum aufgesucht. 

Ganzjährig lohnen sich Exkursionen in dieses 5080 ha große Vogelschutzgebiet. Daher empfiehlt sich die Mitnahme eines Fernglases, weil sich immer mal wieder ein seltener Gast zeigt. Gute Wandermöglichkeiten machen dieses Gebiet für Vogelfreunde interessant. Häufig lassen sich hier auch die Ringelnatter und die Bisamratte beobachten, die in den zahlreichen Bächen zu entdecken sind. Im Frühjahr sind die Teichgebiete erfüllt von einem stimmgewaltigen Froschkonzert, während die Fledermäuse über den Wasserflächen nach Insekten jagen. Die Libellen gesellen sich im Sommer hinzu und glitzern in allen Farben. Wie kleine Hubschrauber begeben sich die großen Insekten, die nicht stechen, auf Nahrungssuche. 

[ Text und Bilder: U. Nickel ]  zum LWL