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Sonntag, 2019-01-20

Halde Ewald Fortsetzung in Oer-Erkenschwick

Ganz im Schatten der großen Halden Hoheward und Hoppenbruch fristet die Halde Ewald Fortsetzung in Oer-Erkenschwick ein richtiges Schattendasein. Ende des letzten Jahrtausends wurde der Kohleabbau in unserer Nachbarstadt eingestellt. Diese Zeche kann auf eine über 100jährige Bergbaugeschichte zurückblicken. 1899 wurde mit dem Abteufen eines ersten Schachtes begonnen. Zahlreiche Bergarbeitersiedlungen rund um die Zeche entstanden. Die Einwohnerzahl in Oer-Erkenschwick stieg sehr schnell. 2009 wurde die Halde Ewald Fortsetzung vom Regionalverband Ruhr zu einem Naherholungsgebiet umgestaltet und der Öffentlichkeit übergeben. Der Zugang von der Klein-Erkenschwicker-Straße fällt zunächst etwas nüchtern aus, weil wenig blüht und Monotonie hier dominiert. Wer einige Minuten die angelegten Wege entlanggeht, bemerkt einen Unterschied im Waldbestand der neuen Halde. Während sich auf anderen Halden meist Birken als Pionierbäume ansiedeln, sind diese hier Mangelware. Stattdessen dominieren Laubbäume und lassen Platz für ein ganz andere Lebensgemeinschaften. Langsam zeigen sich auch häufige Pflanzen wie Malven, Kanadisches Berufskraut, Hornklee, Wiesenplatterbse, Breitblättrige Platterbse, Weiße Lichtnelke und Hexenkraut am Wegesrand. Das Gipfelplateau eröffnet eine schöne Aussicht auf die Umgebung. Der Regionalverband hat hier Fensterschneisen angelegt, die diese Beobachtungen ermöglichen, weil Bäume und Sträucher die Aussicht sonst verdecken. Sogenannte Bilderrahmen wurden geschaffen, die eine fotografische Beobachtung bewirken sollen. Leider wurden diese wieder abgebaut, weil „Verrückte“ sie zerstört haben. Wer sich Richtung der alten Zechenanlagen orientiert, die zum Teil noch stehen, gelangt durch weite, naturnahe Wiesen, die Vögeln und Insekten wertvolle Rückzugsräume bieten. Den Wegrand säumen Dost, Gilbweiderich und sogar Nelken. Der Naturfreund kann sich an der Ästhetik dieser Landschaft kaum sattsehen, erinnert sie doch an naturbelassene Wiesen im Mittelgebirge. Eselsdistel, Natternkopf und Schmalblättriges Greiskraut, ein Neophyt, sind auf den Ruderalflächen, die rund um die alten Zechenanlagen dominieren und die weiten Wiesenflächen ablösen, häufig zu finden. Die Eselsdistel wurde eingebürgert und zählt in Nordrhein-Westfalen zu den gefährdeten Pflanzen. Wer die Entdeckung der Halde an der Klein-Erkenschwicker-Straße beginnt, kann sicher sein, dass sich das Naturerlebnis ständig steigert. [ Text und Bilder: U. Nickel ] Bilder zu klein? KLICK