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Sonntag, 2019-01-20

Großes Torfmoor

Im Nordosten Nordrhein-Westfalens erstreckt sich eine nahezu baumlose Landschaft,die in dieser Form kaum ein zweites Mal in unserem Bundesland existiert. Nördlich des Wiehengebirges, zwischen Minden und Lübbecke, befindet sich das Große Torfmoor, das größte Hochmoor in Nordrhein-Westfalen, etwa 160 Kilometer von Recklinghausen entfernt. Mehr als 500 Hektar Fläche beherbergen eine vielfältige und außergewöhnliche Flora und Fauna. Mit seiner hochmoortypischen Tier- und Pflanzenwelt besitzt es europaweite Bedeutung. Flachwasserseen, Moorflächen, Bruchwälder und Heidelandschaften wechseln sich ab. 

 

Das Große Torfmoor wurde in den Randbereichen bereits vor Jahrhunderten zur Torfgewinnung genutzt. Die damit verbundene Entwässerung wurde bis in die 1960er Jahre verstärkt. Seit etwa 50 Jahren wurde der bäuerliche Torfabbau aufgegeben. Die Entwässerung und die Torfgewinnung führten zu einem starken Rückgang der hochmoortypischen Flora und Fauna.

Um die Hochmoorflächen für den Naturschutz zu entwickeln, kauft das Land seit 40 Jahren Flächen an. Bis vor zehn Jahren waren 90 Prozent der Hochmoorflächen in Landesbesitz. Der NABU begleitet seit 1970 diesen Entwicklungsprozess. Erst Wiedervernässungsmaßnahmen durch Anstau der Gräben zeigten erste Erfolge. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten sind ins Moor zurückgekehrt.

13 verschiedene Torfmoosarten fühlen sich mittlerweile im Großen Torfmoor wieder wohl. Brachvogel, Krickente, Brombeerzipfelfalter, Wespenbussard, Pirol, Nachtigall, Wasserralle, Wachtelkönig und Blaukehlchen lassen sich wieder beobachten. Im Winter fühlt sich der Raubwürger im Moor wohl.

Seit Ende 2013 informiert das Moorhus in einer kleinen Dauerausstellung über das Große Torfmoor. Der NABU führt Exkursionen durch und beantwortet Fragen zur Moorentstehung und zur Bedeutung der Moore. Empfehlenswert ist ein ca. acht Kilometer langer Rundwanderweg, auf dem der Wanderer alle Facetten des Moores erleben kann.

Der Blick über das Moor Richtung Wiehengebirge verspricht unvergessliche Augenblicke. Dieser Eindruck verwöhnt das menschliche Gemüt und weckt Urlaubsgefühle. Nördlich des Wiehengebirges beginnt die Norddeutsche Tiefebene. Den Anfang macht das Große Torfmoor. Fernglas und festes Schuhwerk sind Pflicht, um ein ungetrübtes Naturerlebnis zu erfahren. Von Aussichtsplattformen lässt sich das Gebiet sehr gut überblicken. [ Text und Bilder: U. Nickel ] zum NABU-NRW