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Sonntag, 2019-01-20

Geologischer Garten Bochum

Wer einen Überblick über die Erdgeschichte des Ruhrgebiets gewinnen möchte, muss dem Geologischen Garten Bochum unbedingt einen Besuch abstatten. Es gibt kaum bessere Orte, so nah an die Gesteine und Aufschlüsse heranzukommen. Früher wurde auf dem ca. zwei Hektar großen Gelände Kohle und Eisenerz gefördert und danach eine Ziegelei betrieben. 1962 wurde das Gelände unter Naturschutz gestellt, 1971 zum Geologischen Garten ausgebaut und 1974 als Naturdenkmal ausgewiesen. Der Besucher kann an 17 Stationen die typischen Gesteinsformationen erleben aus der Zeit vor etwa 300 Millionen Jahren bis heute. Bochum wäre während der Zeit des Oberkarbons eine Hafenstadt gewesen. Im Park werden die Gesteinsabfolgen aus drei unterschiedlich alten geologischen Abschnitten der Erdgeschichte erklärt: Karbonzeit, Kreidezeit und Quartärzeit. Insbesondere die Schichtung von Sedimentgesteinen, Überschiebungen, Faltungen und sogenannten Diskordanzen sind gut erfahrbar. Die Grenzfläche, an der die älteren und jüngeren Ablagerungsgesteine in einem Winkel aufeinander stoßen, wird als Diskordanz bezeichnet. An einer Station liegen die Sedimente aus dem Karbon und der Kreide übereinander. Auch wer sich nicht für Geologie interessiert und nicht sofort alles versteht, wird dennoch angespornt, nachzuforschen und dem Unbekannten auf den Grund zu gehen. Auf dem Parkgelände wurden auch verschiedene Findlinge ausgestellt. Eismassen brachten von Skandinavien nach Deutschland Gesteinsblöcke und Fragmente aus ihrem skandinavischen Herkunftsgebiet und aus der Ostsee mit. Nach dem Abschmelzen des Eises blieben die großen Blöcke. An der Station 16 ist ein Steinkohlenwald aufgestellt. Die sechs Stämme baumartiger Pflanzen stammen aus der Ober-Karbonzeit. Sie wurden in den vergangenen Jahren beim Kohleabbau in der Region geborgen und dem Geologischen Garten als Abgüsse zur Verfügung gestellt. Die hohe Individuendichte einer Orchidee macht den Geologischen Garten auch für Botaniker interessant. Die Breitblättrige Sumpfwurz verzaubert mit ihren schönen Blüten. [ Text und Bilder: U. Nickel ] klick für größere Bilder