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Mittwoch, 2017-12-13

Plädoyer für Bäume

Bäume sind Lebewesen mit Superlativen.

Im Naturschutzgebiet Burg wächst eine 150 Jahre alte Buche. Sie hat bereits zwei Weltkriege überlebt, liebenden Pärchen einen romantischen Flecken beschert und für uns Menschen wichtige Funktion übernommen:

- Lebensraum für Tausende von Tieren, Pflanzen und Pilzen, wichtig für die Biodiversität

- Erholungsraum für Menschen

- Wald als grüne Lunge: Sauerstofflieferant und Kohlendioxidspeicher

- Trinkwasserspeicher

 

- Bäume verringern die Windgeschwindigkeit, wirken wie ein „Kamm“, der den Staub aus der Luft entfernt

- Imissionsschutz, da Schadstoff-Filter (Bäume binden Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und Stickoxide)

- Erosionsschutz (Der Waldboden hält das Wasser und bewahrt die Landschaft vor Bodenabtrag)

- Klimaschutz: positive Wirkungen auf Global-, Regional- und Lokalklima

Bäume kühlen die Umgebung durch verschiedene Mechanismen. Ihre Blätter reflektieren Licht und Wärme nach oben und spenden Schatten, während durch Verdunstung Wasser in die Luft abgegeben wird. Die Folge sind niedrigere Temperaturen in der unmittelbaren Umgebung. Diese natürlichen Prozesse reduzieren so teilweise die negativen Auswirkungen von Hitzewellen in städtischen Gebieten.

- Wirkung als Lärmfilter

- Wald gestaltet die Landschaft und prägt das Landschaftsbild (insbesondere Alleen)

Der Baum könnte uns lange Geschichten erzählen, uns an seinen Erinnerungen teilhaben lassen und uns von seinem Erfahrungsschatz berichten, wenn er mit uns kommunizieren könnte. Auch ohne seine Worte können wir erahnen, was ihn bewegt und was er erlebt hat. Unser Respekt ist ihm gewiss.

Wer plant, Bäume zu fällen, sollte sich diese wichtigen Aufgaben und Funktionen der großen Riesen vor Augen führen und prüfen, ob nicht andere Lösungen in Betracht kommen. Wenn dieser Baum fällt und damit viele andere dazu, verlieren wir Lebewesen, die Superlativen leisten. Wollen wir das? [ Text und Bild: U. Nickel ]

Zu fällen einen schönen Baum

dauert´s eine halbe Stunde kaum.

Doch zu wachsen,

bis man ihn bewundert,

braucht er, bedenk es,

ein Jahrhundert.