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Sonntag, 2019-01-20

Anholter Schweiz

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„Wir waren gestern in der Anholter Schweiz“, erklärte ich gestern einem Freund. „Wo wart Ihr? erwiderte er überrascht, als hätte er sich verhört. „Wir waren in der Anholter Schweiz“, wiederholte ich. „Wo liegt die denn?“ fragte er mich erstaunt und immer noch ungläubig. Nachdem er verstanden hatte, dass wir wirklich in der Schweiz waren, klärte ich ihn auf.

Die Anholter Schweiz liegt nicht in der Schweiz, sondern in Nordrhein-Westfalen. In der Nähe der niederländischen Grenze Nähe Isselburg erbaute Fürst Leopold zu Salm-Salm in Erinnerung an seine Hochzeitsreise 1893 eine Nachbildung des Vierwaldstätter Sees mit dem Schweizer Haus und einer Felsenlandschaft. Gestein und Holz wurden per Schiff und Pferdekarre aus der Schweiz an den Niederrhein geschafft. Zum 100jährigen Jubiläum wurde der unter Denkmalschutz stehende Englische Garten zum 56 Hektar großen Biotopwildpark erweitert. Sechs Kilometer gut begehbare Sandwege erschließen die nachgebildete, typisch niederrheinische und münsterländische Landschaft mit ihren Biotopen. In Großvolieren und Tiergehegen warten Bartkauz, Waschbär, Luchs, Wildkatze, Braunbär, Fischotter, Schwarzstorch, Wolf, Iltis und Rothirsch auf interessierte Besucher. Der Besucher taucht ein in eine naturnah gestaltete Landschaft und fühlt sich sofort wohl, weil hier nicht geprotzt und geklotzt wurde. Im Schweizer Häuschen, das einen wunderbaren Blick auf den kleinen See und die Felsenlandschaften eröffnet, lässt sich bei einer Tasse Kaffee der Besuch gemütlich ausklingen. Kulturinteressierte können die in der Nähe liegende Wasserburg Anholt besuchen, die mit einer Waffen- und Gemäldesammlung aufwatet. Das Fürstengeschlecht wohnt heute noch in der Burg. [Text und Bilder: U. Nickel]