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Mittwoch, 2017-12-13

Beschreibung des Agenda-Preises Recklinghausen 2016

Agendapreis 2017

Der Recklinghäuser Agendapreis wurde zum 15. Mal im Willy-Brandt-Haus verliehen und hat sich zu einer festen Größe unter den lokalen Auszeichnungen entwickelt. Der Verein Barke e. V., die Initiative Foodsharing Recklinghausen und der NABU (Naturschutzbund) Recklinghausen wurden in feierlicher Zeremonie für ihre Arbeit und ihr Engagement gewürdigt.

Der Agendapreis zeichnet herausragende Einzel- und Gruppenleistungen aus, die den Agendagedanken einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung in der Festspielstadt in sich tragen und eine Vorbildfunktion übernommen haben. „In diesem Jahr werden drei Institutionen geehrt, die die gesamte Bandbreite der Agenda 21 ausmachen“, erklärte Ewald Zmarsly von der Lokalen Agenda. Peter Erdmann und Dieter Kessner erhielten aus den Händen von Bürgermeister Jochen Weber die Auszeichnung für die Barke. Mathilde Storm und Irmgard Busen, die sich seit über 15 Jahren in der Tagesstätte Barke ehrenamtlich engagiert, hielten die Laudatio und lobten die Arbeit des Vereins, der sich seit 30 Jahren um psychisch beeinträchtigte Menschen kümmert. Das Hilfsangebot der Barke ist breit aufgestellt. In der Kontakt- und Beratungsstelle begegnen den Menschen Mitarbeiter und Besucher, die zuhören und Fragen und Perspektiven aufzeigen. Im Rahmen des betreuten Wohnens werden lebenspraktische Tätigkeiten geübt, der Erwerb neuer Kompetenzen und Erfahrungen trainiert und Hilfestellung gegeben bei der Bewältigung des Alltags. Beschäftigungstherapeutische und arbeitstherapeutische Angebote, Ausflüge und soziale Gruppenarbeit ergänzen die Vielfalt des Engagements. „Die Menschen in der Tagesstätte erhalten eine feste Tagesstruktur und lernen, ein selbständiges Leben zu führen. Das beugt Vereinsamung vor“, beschreibt Musen aus ihrer Arbeit vor Ort. „Ich freue mich, wenn Menschen gestärkt zurück ins Leben finden“, schildert Dieter Kassner. Marc Pracht und Gaby Greiner setzen sich seit über zwei Jahren gegen die Verschwendung von Lebensmitteln ein im Rahmen der Initiative Foodsharing Recklinghausen. Für ihr Engagement wurden sie jetzt mit dem Agendapreis belohnt. Diese Bewegung, die seit fünf Jahren in mehreren Städten Deutschlands und in anderen Ländern der Wegwerfgesellschaft die Augen öffnen möchte, will zur Lebensmittelrettung aufrufen. Ein „Fairteiler“ (eine Verteilerstelle) wurde in einer Holzhütte mit Kühlschrank neben der Altstadtschmiede aufgestellt. Dieser Fairteiler ist für jeden zugänglich. Lebensmittel mit einem kurzen Mindesthaltbarkeitsdatum werden von Markthändlern und Lebensmittelhändlern abgeholt und in dieser Hütte stationiert. „4,5 Tonnen Lebensmittel haben wir seit zwei Jahren vor dem Wegwerfen gerettet“, erklärt Pracht. Seit langer Zeit setzt sich der NABU für den Natur- und Umweltschutz in Recklinghausen aus. Der Naturschutzverein wurde für seine zahlreichen vorbildlichen Leistungen im Bereich Ökologie gewürdigt. Pflege von Streuobstwiesen, Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, Aufstellen von Krötenzäunen, Infostände und Stellungnahmen zu geplanten Bauprojekten sind Beispiele für das Engagement der sehr aktiven Gruppe. In drei Kindergruppen werden die Kids für die Belange des Naturschutzes sensibilisiert und lernen den respektvollen Umgang mit den Tier- und Pflanzenarten. Am Forsthaus am Hohenhorster Weg sind die Naturschützer zu Hause. Von hier aus werden die Aktivitäten koordiniert. Die Garten AG pflegt das riesige Gelände und leistet ein Arbeitsspektrum, das manchmal bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit geht. „Wir haben in Recklinghausen ca. 350 Mitglieder und können mit unseren 20 aktiven Mitarbeitern vieles erreichen, aber natürlich nicht überall einen Krötenzaun aufstellen, wo Kröten wandern. Dafür reicht die Manpower einfach nicht“, erklärt Ute Kühler. Am kommenden Samstag um 10 Uhr treffen sich die Aktiven um Kühler an der Speckhorner Straße, um von hier ausgehend drei Krötenzäune zu installieren. Interessierte dürfen gerne helfen. [ Text und Bilder U. Nickel ]