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Dienstag, 2018-10-23

50 Jahre NABU NRW

Natur- und Umweltschutz

Vielfältig, engagiert, verantwortungsvoll

NABU NRW feiert 50. Geburtstag | Erfolge und Ziele standen beim Festakt
auf Schloss Drachenburg im Fokus


Düsseldorf/Bonn Der NABU-Landesverband Nordrhein-Westfalen wird 50.
Im Rahmen eines Festaktes würdigten Umweltminister Johannes Remmel,
Staatssekretär Jochen Flasbarth aus dem Bundesumweltministerium und
NABU-Präsident Olaf Tschimpke am Samstag auf Schloss Drachenburg den
Einsatz des mitgliederstärksten Naturschutzverbandes im Land. Erfolge
wie der erste Nationalpark des Landes, das Netzwerk der Biologischen
Stationen, die Rettung des Wanderfalken vor dem Aussterben sowie die
Verdienste im Bereich Umweltbildung und Naturerlebnis standen dabei
ebenso im Fokus wie die Frage nach der künftigen Ausrichtung eines
wirkungsvollen Naturschutzes.

Es ist mir eine ganz besondere Freude, dem NABU Nordrhein-Westfalen zum
50. Geburtstag zu gratulieren. Das große ehrenamtliche Engagement wird
ja meist bescheiden und ohne große Öffentlichkeit erbracht. Und doch ist
es von größter Bedeutung auch und gerade für unseren Umgang mit der
Natur und für die Bewahrung unserer Naturschätze. Das zeigt sich
beispielhaft an der Geschichte des NABU, so Umweltminister Remmel. Die
Aktiven des NABU NRW sind seit nunmehr 50 Jahren verlässliche
Fürsprecherinnen und Fürsprecher für diejenigen, die nicht sprechen
können: für Tiere, Pflanzen und natürliche Lebensräume.

Auch Staatssekretär Jochen Flasbarth aus dem Bundesumweltministerium
bescheinigte dem NABU NRW, seit seinem Bestehen eine ganz wichtige Rolle
im Natur-und Umweltschutz gespielt zu haben. Der NABU hat dem
Naturschutz mit seinem vielfältigen Einsatz vor Ort häufig erst ein
Gesicht gegeben. Das Agieren des landesweit größten Naturschutzverbandes
hat den Umwelt- und Naturschutz in Nordrhein-Westfalen vorangebracht,
sagte Flasbarth.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke nutzte den 50. Geburtstag, um denen
Danke! zu sagen, die den NABU NRW zu dem gemacht haben, was er heute
ist. Kompetenz, Weitblick sowie eine natur- und umweltbezogene
Verbandsarbeit, die fachlich solide ist und aus der Mitte der
Gesellschaft kommt, lasse den Verband kontinuierlich wachsen. Hinter
diesem Wachstum stehen faszinierende Projekte wie Naturerleben NRW,
das 200 Natura-2000-Gebiete erlebbar macht und sie nicht unter einer
Käseglocke abschirmt. Das ist beispielhaft für einen modernen, den
Menschen zugewandten Naturschutz oder NABU-Präsident. Aber der NABU
NRW könne auch kämpfen für eine schonende Agrarpolitik, für die
naturschutzgerechte Energiewende, für mehr und bessere Wildnisgebiete.

Kämpfen ist auch immer wieder notwendig, erklärte der
NABU-Landesvorsitzende Josef Tumbrinck, denn mit dem Klimawandel und
dem ungebremsten Artensterben liegen gewaltige Herausforderungen vor
uns. Die Gesellschaft braucht mehr denn je starke Umweltverbände, die
als Anwalt dienen für eine intakte Natur und eine gesunde Umwelt. An
diesen Herausforderungen müsse auch der NABU in Nordrhein-Westfalen
seine Arbeit ausrichten. Aktuell stünden zwei wichtige Ziele auf der
Agenda des NABU NRW. Wenn ich mir stellvertretend für das
Geburtstagskind etwas wünschen darf, so ist dies die dauerhafte
Sicherung der Landesnaturschutzflächen als NRW-Naturerbe über eine
Stiftung als Treuhänder dieser Flächen sowie die Verabschiedung des
Förderprogramms für die NRW-Umweltbildungseinrichtungen, sagte
Tumbrinck an den Umweltminister gewandt.

Unsere Erfolge verdanken wir vor allem dem unermüdlichen Einsatz der
vielen ehrenamtlich Aktiven, betonte auch der NABU-Landeschef. Die
erfolgreiche Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamtlichen werden wir
weiterentwickeln. Derzeit werde intensiv darüber diskutiert, wie man
diese Zusammenarbeit auch in Zeiten des demographischen Wandels und sich
verändernder Lebensentwürfe erfolgreich gestalten könne. Klar ist:
Beweglichkeit, Anpassungsfähigkeit und Dynamik sind nicht nur in der
Natur überlebenswichtig, sondern auch für einen Verband wie den NABU.

Für Rückfragen:

Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU Nordrhein-Westfalen, mobil: 0171
38 67 379

Birgit Königs, Pressesprecherin NABU NRW, mobil: 01578 746 1475

Zusatzinformationen

Mitmachaktion zum Jubiläum

Anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums ruft der NABU naturbegeisterte
Menschen auf, ihre Motive von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen in
Nordrhein-Westfalen bei einem Fotowettbewerb ins Rennen zu schicken.
Nordrhein-Westfalen ist ein vielfältiges Land, das auch seine
natürlichen Reize hat das möchten wir am Ende diesesFotowettbewerbes
zeigen.

Weitere Informationen dazu unter https://nrw.nabu.de/fotowettbewerb.
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Kurzchronik des NABU-Nordrhein-Westfalen

Ein Verband mausert sich

Der NABU-Landesverband Nordrhein-Westfalen wurde am 23. April 1966 im
Rahmen einer "Fusion" der Landesgruppen Nordrhein und Westfalen
gegründet, damals noch als Landesverband Nordrhein-Westfalen im Bund für
Vogelschutz. Der NABU selbst ist schon deutlich älter. Er wurde bereits
1899 von Lina Hähnle ins Leben gerufen. Bundesweit benannte der Verein
sich erst 1990 in Naturschutzbund um, 1992 wurde die Abkürzung NABU
eingeführt.

Ziel der Gründungsmitglieder des NABU NRW um Clemens Maas, Franz J. M.
Großen Born und Erich Münzer war eine besser organisierte und fachlich
untermauerte Vereinsführung, um so ein starkes Fundament für den
praktischen Vogelschutz zu schaffen. Zehn Jahre nach seiner Gründung
zählte der Verein im Land rund 4.000 Mitglieder. Weitere zehn Jahre
später waren es bereits gut 22.000.

1980 erhielt der damals noch Deutsche Bund für Vogelschutz in NRW als
erster der drei landesweit tätigen Naturschutzverbände die Anerkennung
nach §29 des Bundesnaturschutzgesetzes. 1983 wurde die Landessatzung in
einigen Punkten neu gefasst. Unter anderem sollten zukünftig neben dem
Landesvorsitzenden zwei Stellvertreter gewählt werden und so die
Verbandsarbeit auf eine breitere Basis gestellt werden. 1989 erhielt die
Naturschutzjugend die Anerkennung als Jugendorganisation nach dem
Landesjugendplan. 1990 wurde aus dem Deutschen Bund für Vogelschutz der
Naturschutzbund Deutschland. Diese Namensänderung spiegelte unter
anderem die immer umfangreicheren Aufgaben und Aktivitäten wieder.

Ein weiterer Meilenstein war 1999 die Verlegung der
Landesgeschäftsstelle des NABU und der NAJU NRW in die Landeshauptstadt
Düsseldorf. Dies markierte auch nach außen das starke
naturschutzpolitische Engagement des NABU NRW. Steigende
Mitgliederzahlen und die Gründung mehrerer NABU-Einrichtungen im Rahmen
des bundesweit einmaligen Netzes der Biologischen Stationen in NRW
kennzeichnen diesen Zeitraum. Für den NABU stellt die Beteiligung an
Biologischen Stationen oder die Gründung von Stationen in eigener
Trägerschaft ein wichtiges Instrument zur Verwirklichung der
Naturschutzziele des Verbandes dar.

Heute zählt der NABU-Landesverband über 70.000 Mitglieder, die in rund
120 Kreis- und Ortsgruppen im ganzen Land organisiert sind. Diese packen
vor Ort an und bringen Kindern wie Erwachsenen die Natur vor der eigenen
Haustür etwa durch Führungen näher, mischen sich aber ebenso in die
Politik ein und bringen ihre Expertise in Sachen Naturschutz ein. In
NABU-Trägerschaft befinden sich zudem fünf NABU-Naturschutzstationen und
vier Umweltbildungseinrichtungen.
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Mehr zum 50-jährigen Jubiläum des NABU NRW und seiner Geschichte unter
https://nrw.nabu.de/wir-ueber-uns/organisation/geschichte.
Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de
<mailto:B.Koenigs@NABU-NRW.de>